Vier!

Mein lieber Oskar,
dieses Wochenende hast Du Deinen vierten Geburtstag gefeiert. Du bist Samstag schon gegen halb sieben aufgestanden und zu uns gekommen. Eigentlich wollten wir nicht so früh aufstehen, da Anton freitags lange wach bleiben durfte. Also kuschelten wir noch ein wenig, aber lange liest Du Dich nicht hinhalten. Du durftest dann Anton wecken, der Dich trotz großer Müdigkeit mit einer Umarmung begrüßte und Dir zum Geburtstag gratulierte. Wir gingen gemeinsam runter und Du bewundertest Deinen Geburtstagstisch. „Paw Patrol“ überall. Ganz, wie Du es Dir gewünscht hast.

Als Du Dir vor einigen Wochen einen „Paw Patrol“ Geburtstag gewünscht hast, hatte ich keine Ahnung, was das überhaupt ist. Auch Du hattest noch nie eine Sendung gesehen und kanntest die Figuren nur aus dem Kindergarten. Wir haben dann mal die erste Staffel angefangen zu gucken, und Du bist hin und weg und hast Dich noch mehr auf Deinen Geburtstag gefreut.Anton hatte Dir eine Medaille mit der „Paw Patrol“-Pfote drauf gebastelt und auch seine Geschenke passten zum Motto. Du bekamst von ihm einen passenden Kugelschreiber mit 10 Farben zum wechseln und ein „Paw-Patrol“-Überaschungsei.

Ausserdem erfüllten wir alle Dir Deinen langen Wunsch: den Joker Lowrider. Da wir die Familie zum Brunch eingeladen hatten, konntest Du Dein neues Lego auch direkt auspacken und aufbauen, um die Wartezeit zu überbrücken. Anton hat Dich dabei fleissig unterstützt und musste ab und an gebremst werden.

Nach dem Frühstück hast Du mit deinen Cousins dann eine Dunkel-Party gemacht und viel Spass gehabt. Nachdem fast alle Gäste weg waren sind wir noch mit Deiner Oma spazieren gegangen und haben ein Eis gegessen, da die Sonne so schön schien.

Als ich aufräumte warst Du ganz in Paw Patrol versunken und wiederholtest oft den Leitspruch von Rocky „Nicht verschwenden, wiederverwenden!“ gerade in dem Moment, als ich überlegte, was ich denn jetzt mit dem halben Geburtstagskuchen machen soll, da ich den so nicht auf dem Kindergeburtstag auftischen kann, aber nen neuen Backen auch dumm wär.

Also googelte ich nach Cake-Pop-Rezepten, die ich zwar noch nie gemacht hatte, aber für die ich Lolli-Stiele im Haus hatte, da ich mir irgendwann mal so ne Backform dafür gekauft hatte. Ich entschied mich für ein Rezept mit geschmolzener Schokolade und Sahne, da ich so direkt auch noch 2 Osterhasen quitt wurde. 😉 Klappte super und ich war echt froh, eine Lösung für den Kuchen zu haben, die nicht „ich muss das jetzt die nächsten Tage aufessen“ hiess.

Heute waren dann Deine Freunde bei Dir und haben die Paw-Patrol-Party weitergefeiert. Auf großes Programm hatten die 4-Jährigen keine Lust nur der 6-Jährige bastelte fleissig Medaillen. Also feierten ihr nochmal ein bisschen Dunkel-Party mit Knicklichtern und Diskokugel. Auch die Rakete wunde ausgiebig bespielt. Im Anschluss machten wir uns noch auf, eine Katze aus einem Baum zu retten, hier waren wieder alle Feuer und Flamme. Wir aßen noch Hotdogs und Pommes und ein paar Cake-Pops.

Nun liegst Du in Deiner neuen Paw Patrol Bettwäsche und hast Marshall im Arm und schläfst tief und fest. Morgen wir noch im Kindergarten gefeiert. Wir haben heute gemeinsam Muffins gebacken und die Deko dafür vorbereitet. Aus Fondant und M&Ms haben wir kleine Pfotenabdrücke geknetet. Hierbei hast Du gestaunt, was passiert, wenn man bestimmte Farben mischt.

Du bist ein toller 4-Jähriger, der all seine Gefühle nicht zurückhält und zum Ausdruck bringt. Auch wenn das für uns manchmal im Moment nicht einfach ist. Du hast einen unglaublich starken Willen und versuchst ihn immer durchzusetzen. Du brauchst Deine Rituale, musst jeden Morgen zu uns ins Bett kuscheln kommen und jeden Abend die „Lalelu“ gesungen bekommen. Du gehst gerne in den Kindergarten und beschwerst Dich fast jeden Tag, wenn ich Dich hole und Deine Freunde noch da sind. Du bist ordentlich und strukturiert, sortierst Dinge gerne nach Farben und Zusammengehörigkeit. Dein Lieblingsessen ist Pommes mit Ketchup und Mayo. Du liebst es, draussen zu spielen, mit dem Rad zu fahren und Freunde zu treffen. Du puzzelst gerne liebst immer noch „Dein Kissen“ und Dein Einhörnchen, den Itzy und Deinen Helge. Du bist weiterhin der Sonnenschein, dem man meist nicht böse sein kann.

Wir lieben Dich so und sind unendlich dankbar, dass Du von 4 Jahren in unser Leben gekommen bist.

Deine Mama

Deine Hand in meiner Hand

Seitdem Du laufen kannst, halte ich Deine Hand. Zunächst zur Stütze, damit Du das Gleichgewicht halten kannst. Dann zur Sicherheit, damit Du nicht verloren gehst, oder in eine gefährliche Situation gerätst.

Doch nun bist Du groß, braust meine Hand nicht mehr. Du kannst alleine gehen, bist Dir der Gefahren im Strassenverkehr bewusst und meistert auch viele Strecken ganz ohne mich.

Und doch nimmst Du immer noch meine Hand, wenn wir gemeinsam gehen. Wenn ich Dich von der Schule abhole sehe ich all die Kinder die mit Ihren Eltern nach Hause gehen doch nur Du greifst nach meiner Hand und ich halte sie fest und weiss, dass dies zu den Dingen gehört die man unbemerkt irgendwann einmal das letzte Mal als Mama macht. Irgendwann wird es Dir vermutlich peinlich sein mit Mama Hand in Hand durch die Strassen zu laufen.

Jedes Mal frage ich mich, ob Du morgen auch noch nach meiner Hand greifen wirst und bin glücklich über den Moment. Meine Hand ist für Dich da. Immer.

Die tollen Tage

Heute ist Aschermittwoch und Karneval ist nun vorbei. Dieses Jahr waren die Jungs sich relativ früh sicher, was sie denn an Karneval werden wollen und haben sogar an allen Tagen das gleiche Kostüm getragen! Premiere.

Der Große ist immer noch im Ninjago-Fieber und so kam es, dass er natürlich auch an Karneval als Ninja gehen wollte. Aber nicht irgendein Ninja. Nein! Es musste „Lloyd“, der grüne Ninja sein. Das bedeutete natürlich, dass ich das Kostüm selbst nähen musste, denn so, wie er sich das vorstellte, gibt es da nix zu kaufen. Und ich näh es ja auch gerne.

Also suchten wir gemeinsam eine der vielen Anzüge aus, den ich nachnähen sollte. Diese Ninjas haben ganz schön viele Outfits!

Der Kleine wollte, seitdem wir in Trolls im Kino waren, „Branch“ werden. Der grummelige Troll, der später erst seine Farbe bekommt. Auch hier gab’s nix Fertiges.

Also gingen wir schon im Januar alle zusammen zum Karnevalsladen, um Stoff und Accessoires zu shoppen. Vor allem die Troll-Perrücke machte mir Sorgen. Stoff ging schnell, Nunchucks gabs natürlich nicht, das einzig Ninja-taugliche war ein Schwert. Also nahmen wir dies mit. Bei den Perücken überzeugte mich nichts, da beim Hochkämmen immer Netz zu sehen war. Also durchforstete ich noch das Internet und bestellt eine ziemlich günstige blaue Party-Perrücke mit hochstehenden Haaren.

Beide Kinder wollten beim erstellen der Kostüme helfen und so zeichnete der Große die Schriftzeichen in der richtigen Größe auf Papier und der Kleine schnitt mit einer Zackenschere Stofffetzen für seine Hose aus.

Gemeinsam bügelten wir die Goldfolie auf den Stoff und die Jungs entfernten die Trägerfolie.

Beim Ninja-Kostüm wollte ich es mir einfach machen und mit meinem Bandeinfasser auf der Coverlock silbernes Lycra als Schrägband an die Jacke nähen, hatte aber diesen klebrigen Stoff unterschätzt. Das wäre mit der normalen Nähmaschine wohl hübscher geworden. Aber es ist ja nur ein Karnevalskostüm, daher hab ich das Gewurschtel so gelassen.

Die Ninja-Maske ersetzen wir durch ein Stirnband, da der Stoff nicht weich genug für eine Maske fiel.

Da der Kleine seine Jacke sowohl drinnen als auch draussen tragen wollte und diese unbedingt über den Bauch gehen sollte, nähte ich nur auf die Vorderseite Blätter an, damit sie insgesamt nicht zu warm wurde. Doppellagiger Double-Fleece wäre sonst zu dick. Er reichte mir beim Nähen jedes Blatt an und war auch sonst ganz Feuer und Flamme.

Weiberfastnacht waren beide Kinder noch vor dem Wecker wach vor Aufregung und zogen schnell ihre Kostüme an. Der Große freute sich auf jede Menge Süßigkeiten in der Schule und der Kleine auf die Party im Kindergarten. Dort lief schon eine Polonaise durch das ganze Gebäude und er zog nur schnell seine Hausschuhe an und reihte sich ein. Ich wurde noch nicht mal mehr verabschiedet.

Nachmittags feierten die Kinder noch eine „Dunkel-Party“ mit jede Menge Knicklichtern und Musik, während die Muttis dieses Jahr aufgrund von 2 Stillkindern ruhig bei uns zuhause ein wenig klönten, anstatt tanzen zu gehen.


Freitags war karnevalsfrei und wir nutzen den Tag um das erste Eis des Jahres in Brand zu essen und uns neue Bücher auszuleihen.

Samstag fuhren wir wie jedes Jahr nach Winden zum Karnevalszug, bei dem die Kamelle-Ausbeute immer riesig ist. Die Kinder trugen wieder ihre Kostüme, die Perücke musste noch einmal mit Haarspray ein wenig stabilisiert werden. Da Beide wieder sehr aufgeregt waren, ging es schon früh los, um vor Ort vorher noch eine Erbsensuppe zu essen und bei Oma zu entspannen. Die Sonne schien und wir suchten uns kurz vor Zugbeginn ein schönes Plätzchen relativ nah am Start. Die Jungs schrieen um die Wette „Kamelle“ und „Alaaf“, wobei der Kleine in solch einer Lautstärke brüllte, dass alle vermuteten, dass er spätestens am nächsten Tag keine Stimme mehr haben werde.

Aber weit gefehlt, auch am Sonntag war die Stimme noch da. Im diesjährigen Brander Zug ging auch die Schule des Großen mit. Er wollte es auch einmal ausprobieren und so meldeten wir ihn dort an. Da er sich aber zwischenzeitlich den Zeh brach, beschlossen wir, dass er nur den halben Zug mitgeht. Er freute sich dann auch sehr darauf, denn das bedeutete, dass er alle Gruppen, die nach seiner kommen, auch noch sehen konnte.
Auch hier brüllte sich der kleine Troll wieder die Seele aus dem Leib und so konnten noch mehr Süßigkeiten gesammelt werden. Ich vermute, wir haben für das ganze Jahr genug Gummibärchen und Kaubonbons. Die Oma kam extra zu Besuch, um den Großen im Zug zu bewundern. Die Gruppe war riesig (183 Personen) und wir suchten ihn lange unter all den goldenen Kindern, da er ziemlich am Schluss lief. Als er uns sah, stürmte er erstmal freudig auf seinen Bruder zu und packte ihm was in die Tüte. Dann stellte er sich zu uns und konnte noch fast den ganzen Zug schauen, da seine Gruppe eine der Ersten war.

Rosenmontag beschlossen dann alle, dass es genug Karneval sei und wir sparten uns weitere Züge. Karneval ist schön, das Verkleiden macht Spaß, aber irgendwann hat jeder genug Humpa, Johnny Däpp, Berliner und Muzen. Dann tut ein Jahr Pause ganz gut.

Die Kostümpläne fürs nächste Jahr wurden noch geschmiedet. SuperMario und Yoshi. Mal sehen, ob das Ende des Jahres immer so sein soll.

Gute Vorsätze

Ja, es ist viel zu spät für einen Neujahrseintrag. Und dieser Eintrag hat auch eigentlich nichts mit dem Jahreswechsel zu tun. Nur mit einem Rückblick. Aber nicht konkret auf das letzte Jahr bezogen.

Es ist ruhig hier auf dem Blog geworden. Seit ich nicht mehr in Elternzeit bin, ist die Zeit einfach knapp geworden, und das Blog fällt als erstes vom „Würde ich gerne machen“-Stapel. So sind im letzten Jahr nur wenige Einträge geschrieben worden. Ideen hatte ich immer wieder, aber zum Aufschreiben kam ich dann nicht. Meist fehlte die Zeit bzw. wollte ich die Zeit nicht „alleine“ mit Schreiben verbringen. Die Abende verbringe ich lieber mit meinem Mann. Genäht habe ich im letzten Jahr auch wenig, wenn dann nur mit meinen Näh-Mädels, mit denen ich mich unregelmässig treffe, damit wir alle einen Grund haben, mal wieder etwas zu nähen.

Die letzten Tage habe ich viel an den Karnevalskostümen für meine Jungs genäht und es macht mir so viel Spass. Und es tut gut. So als Ausgleich. Ich will versuchen, dieses Jahr wieder mehr zu nähen und vielleicht auch zu bloggen. Mal sehen ob’s klappt. 🙂

7 und im Ninjago-Himmel

Lieber Anton,

heute war Dein großer Tag auf den Du die letzten Wochen hingefiebert hast. Immer wieder hast Du Deinen Wunschzettel aufgeschrieben und als irgendwann ein riesen Paket bei uns zuhause ankam, warst Du Dir sicher, dass Dein Wunsch, ein Ninjago Flugsegler Dir erfüllt wird. Seitdem konntest Du es kaum erwarten, endlich 7 zu werden.

Gestern Abend fiel Dir ein, dass Du heute noch Hausaufgaben machen musst und so bist Du heute morgen um 5:45 Uhr wach geworden, hast erst einmal Dich angezogen und dann Deinen Hausaufgaben gemacht. Um 6:00 Uhr hast Du uns dann geweckt und gefragt, ob wir jetzt aufstehen könnten. Wir haben noch ein Weilchen gekuschelt und sind dann aufgestanden. Dein Bruder wurde auch wach und drückte Dich ganz lieb zum Geburtstag. ninja Als Du unten ankamst, glänzten Deine Augen beim Anblick von 2 Paketen und Deinem Geburtstagskuchen. Ich erklärte Dir, dass das große Paket von allen zusammen sei, also Oma und Opa, Onkel und Tante mit Kindern und uns. Das Kleinere war von Deinem Bruder. Und obwohl Du wusstest, dass Dein großer Wunsch auch in dem großen Paket ist, hast Du entschieden, es nicht auszupacken, sondern drauf zu warten, bis alle zum Brunch da sind.

Also packtest Du das kleine Paket aus und auch dort war ein Ninjago-Set drin, über das Du Dich riesig gefreut hast, weil dort ein Ninja drin ist, der im großen Set nicht enthalten ist. Du hast die Zeit, bis der Besuch kam damit verbracht, das Set aufzubauen und mit Deinem Bruder damit zu spielen.

Gegen 10 Uhr kam Deine eine Oma, die Dir auch noch ein Ninjago-Set schenkte und Du warst überglücklich. Nun konntest Du Dir damit noch die Wartezeit auf die restliche Familie vertreiben, die wegen einem Autounfall sich verspätete.

Der Tag war also geprägt von Lego bauen. Vier Jungs, die in einem Haufen Steinen friedlich bauten und spielten. Deine Oma überraschte Dich mit einem Geburtstagsständchen auf der Blockflöte, weil Du ihr auch immer so schön auf dem Klavier vorspielst.

Gerade liegst Du noch nicht friedlich in Deinem Bettchen, sondern bist mit Papa in Alsdorf auf einem Bela B. Hörspiel. Ich bin gespannt, was Du erzählen wirst und hoffe, Du hattest ein tollen Geburtstag.

Du hast in Deinem 7. Lebensjahr so viel gelernt, bist so ein großer Junge geworden. Du liest unglaublich gerne und viel. Dein Büchereiausweis war notwendig und wird fleissig genutzt. Am liebsten liesst Du im Moment „??? Kids“ und Donald Duck Comics. Aber auch Harry Potter hast Du schon gelesen. Du gehst jeden Morgen mit Deinem Klassenkameraden zur Schule und kommst alleine wieder heim. Manchmal fragst Du mich, ob ich Dich abholen komme, da der Weg ca. 25 Min. dauert und Du keine Lust hast. Aber das ist in Ordnung. Die anfängliche Euphorie des „alleine gehen Dürfens“ ist verblasst. Ich liebe es, wenn Du Klavier spielst. Du übst meist gerne und ohne Erinnerung. Zum Schach gehst Du gerne auch wenn Du nicht oft gewinnst. Vermutlich würde ich aber gegen Dich verlieren, wenn wir gegeneinander spielen würden. Wenn Du im Moment etwas malst, dann sind es Ninjas. Dein ganzes Taschengeld gibst Du für Lego-Hefte aus. Manchmal auch für Trading-Cards. Im Moment bekommst Du 1 Euro Taschengeld pro Woche. Mittlerweile isst Du fast alles, am liebst magst Du gebratene Nudeln mit Hähnchen (thailändisch), Käsespätzle oder Nudeln mit Spinat und Lachs.

Du bist ein toller großer Bruder, der gerne teilt, immer hilfsbereit ist und gut auf den kleinen Bruder aufpasst. Du bist sehr selbstständig geworden und löst Dich immer mehr von uns. Du gehst alleine einkaufen und bleibst auch schon mal alleine zuhause, wenn ich Deinen Bruder vom Kindergarten abhole. Ich kann Dir vertrauen und mich auf Dich verlassen.

Bleib wie Du bist. Wir lieben Dich!

Deine Mama

Freie Zeit in der Freizeit

Der letzte Post von mir (Michael) auf unserem Familienblog liegt nun schon eine ganze Weile zurück und es hat verschiedene Gründe.

Wir hatten ein sehr stressiges, erstes Schuljahr. Unser älterer Sohn wurde aus guten Gründen frühzeitig eingeschult und hat das ganze Jahr fachlich sehr gut gemeistert. Vieles andere lief aus vielen Gründen chaotisch bis schlecht ab. Ohne jemandem eine Schuld zuweisen zu wollen: In einer mehr und mehr individuellen Gesellschaft ist es 2016 immer noch schwierig oder schwieriger denn je, auf individuelle Bedürfnisse eines jungen Menschen Rücksicht zu nehmen und ihn als eigene Person wahrzunehmen anstatt ihn in der einen oder anderen Weise zu pathologisieren.

Mit Beginn des zweiten Schuljahres hat sich viel geändert und bereits nach 2 Monaten ist mir eine große Last, die mich das vergangene Jahr gequält hat, von den Schultern gefallen. Nicht, dass meine Sorgen ganz verschwunden sind, aber es geht erheblich besser.

Der Gedanke, diese Gedanken regelmässig öffentlich aufzuschreiben ist mir tatsächlich nie gekommen. Zum Glück sind wir nicht darauf angewiesen, unser Familienblog und damit auch das Familienleben zu monetarisieren, aber es erschreckt mich sehr, in welchem Maße das mittlerweile durchgeführt wird. Ich gönne jeder Familie den Gewinn, möchte aber selber den Preis dafür nicht bezahlen.

Leistungsgesellschaft gibt es auch in den Ferien.

Einige Male hat meine Frau ja auch schon von schönen Urlauben hier berichtet. Gerade sind in NRW die Herbstferien vorbei, wir alle hatten eine Woche Urlaub und wir haben… „Nichts“ gemacht. Ganz bewusst die Woche ins blaue gestartet. Wir hatten ein paar Ideen, was wir machen wollten, aber keine wirkliche Planung.

Schlussendlich haben wir es dann geschafft, einen Tag mit dem Zug nach Köln zu fahren, den Dom zu besichten und das „Maus Musseum“ zu besuchen und an einem anderen Tag endlich einmal unsere Phantasialand Gutscheine einzulösen.

Darüber hinaus waren wir Spazieren, haben Kekse gebacken, gelesen, gegammelt… Nichts gemacht. Entschleunigt.

Während wir oft von Bekannten oder Freunden hören, dass ihre Kinder eine durchgehende „Bespaßung“ auch in den Ferien einfordern, erleben wir, dass unsere Kinder sehr positiv auf „Langeweile“ reagieren. Sie beschäftigen sich auf vielfältige Weise, mit Spielzeug, Medien und sich selber.

Ich bin froh, dass wir diesen Herbst unsere freie Zeit zu Hause verbracht haben. Es reicht mir vollkommen, wenn sich beide Eltern teilweise verausgaben. Sei es, weil es die Terminplanung mit Arbeit, Schule und Kindergarten nicht anders hergibt oder weil man es selber nie anders gelernt hat.

Für mehr freie Zeit in der Freizeit.

Elternauszeit

Diese Woche haben wir uns etwas gegönnt, was wir gemeinsam nur sehr selten tun. Wir haben uns Zeit für uns als Paar gegönnt.

Schon vor einiger Zeit fragte mich Michi, ob wir nicht gemeinsam auf die Abschiedstour von Black Sabbath gehen sollten. Das Konzert in Berlin war an einem Mittwoch und so zögerte ich ein wenig, denn wie sollen wir das bewerkstelligen, jetzt, wo wir ein Schulkind haben? Ich fragte meine Mutter, ob sie sich zutrauen würde 3 Tage bei uns einzuziehen und dies auch für uns machen würde. Sie wohnt halt nicht um die Ecke und ist auch noch berufstätig, sodass unsere Auszeit auch noch davon abhing, ob sie Urlaub bekommen würde. Aber alles klappte und so kauften wir die Karten und buchten uns ein Zimmer im 25hours Hotel, welches uns netterweise einen Rabatt gab.

Ich war aufgeregt. Dass meine Mutter über Nacht bei uns Zuhause babysittet, war bisher noch nicht der Fall. Aber die Kinder freuten sich wie Bolle auf die Zeit mit Oma. Letztes Wochenende wurde der Mini dann auch noch krank, sodass ich Montag noch zur Ärztin fuhr, nur um sicher zu gehen, dass wir auch wirklich fahren können. Der vermutete „Hüftschnupfen“ (er hinkte) verursachte zwar zwecks Schonung mind. 2 Tage Kita-Verbot aber so kam er auch mal in den Genuss eines Oma-Tags.

Wir fuhren also Dienstag mit der Bahn nach Berlin. Die Fahrt war angenehm ruhig und ich holte erstmal ein wenig fehlenden Schlaf nach. Viel Zeit für uns zum (Aus-)reden und ausruhen.

14653152015896433635In Berlin angekommen war das Wetter traumhaft, wir fuhren zunächst ins Hotel und waren schwer begeistert. Unser Zimmer hatte eine Wahnsinns-Aussicht über den Zoo/Tiergarten und Berlin. Wir legten uns erstmal in die vor dem Fenster angebrachte Hängematte und genossen die Aussicht. Der Versuch, für den Abend im Hotel-Restaurant Neni einen Tisch zu bekommen, scheiterte weil uns 21:30h zum Essen nach der Bahnfahrt dann doch was zu spät war. Also gingen wir los und fanden in einem kleinen Hof einen netten Italiener, bei dem wir den Abend verbrachten. Zum Abschluss des Tages wollten wir dann noch in der Bar ganz oben im Hotel einen Cocktail trinken. Die Schlange vor der Eingangstüre unten irritierte ein wenig, aber Hotelgäste kommen per Aufzug immer ins oberste Geschoss und somit in die Bar, auch wenn unten niemand mehr reingelassen wird. Die Bar war gemütlich eingerichtet und Michael besorgte 2 Cocktails. Diese waren jedoch so stark, dass zumindest ich ihn nicht trinken konnte. Schade.

Den nächsten Tag begannen wir mit einem super Frühstück mit ganz viel leckeren Sachen. Es gab Milchreis – er war so lecker –  und ich musste an die Jungs denken.

Anschließend liehen wir uns die im Zimmer inklusive Fahrräder aus und radelten durch die Stadt. Es war sehr warm und diese Variante des Sightseeings schien uns angenehmer als S- und U-Bahn. Im Vergleich zu Aachen muss ich sagen, dass die Berliner Autofahrer doch wesentlich mehr Rücksicht auf Radfahrer (zumindest auf die, die direkt als Tourist erkennbar sind) nehmen. Naja, und es gibt auch mehr Radwege. 😉

Wir gingen dann noch was in Ruhe shoppen (ohne wirklich was zu kaufen) und aßen ein/zwei Currywürste.

14654507382552703655Zurück im Hotel ruhten wir uns noch was aus und fuhren dann mit der S-Bahn zur Waldbühne. Dort war es wie erwartet schon ziemlich voll, aber die Stimmung war gut und wir reihten uns in die Schlangen ein. Nach der Sicherheitskontrolle suchten wir uns einen netten Platz auf den Rängen, denn im Innenraum seh ich eh meist nix, wenn da Leute vor mir stehen. Die Vorband war nicht ganz mein Geschmack und kurz nach 8 kam dann endlich Black Sabbath auf die Bühne. Der Sound war super, nicht zu laut, nicht zu leise. Ozzy war gut gelaunt, sang aber bei vielen Liedern gerade in den tiefen Lagen ziemlich schief. Jeder um uns herum merkte es, aber es störte kaum jemanden im Gesamterlebnis. Typisch Ozzy animierte er das Publikum zwischendurch immer ein wenig mit „I can’t fucking hear you“ und bedankte sich für Applaus brav mit „God bless u all“. Und so vergingen 1.5 Stunden wie im Flug mit allen Hits und dann wars vorbei. Es war noch hell und ich hatte das Gefühl, Ozzy kann einfach nicht mehr und es war wirklich die letzte Tour. „The End“.

Wie die Ölsardinen fuhr das Publikum wieder Richtung Berlin und ich war sehr erstaunt, wie friedlich und reibungslos das bei solchen Menschenmassen funktionieren kann. Trotz Schienenersatzverkehr. Da können die Berliner noch so sehr über den Verkehrsbetrieb jammern, ich bin jedes mal erstaunt wie schnell man dort von einem Ort zum Anderen gelangen kann.

Am nächsten Morgen frühstückten wir nochmal ausgiebig im Neni und fuhren dann gemütlich mit der Bahn nach Hause.

Die Elternauszeit hat sehr gut getan, wir hatten viel Zeit zum Reden und Entspannen. Was auch wunderschön ist, ist die Freude, mit der man Zuhause wieder begrüßt wird. Auch das tut gut und kommt im Alltag doch eher weniger vor. Die Kinder waren glücklich über 3 Tage Oma, mit all den Vorzügen, die eine Oma so bieten kann. Und wir waren glücklich über gute Gespräche, glückliche Kinder und ein tolles Konzert einer 48 Jahre alten Band, die so einige Generationen miteinander verbindet.

Danke Mama, dass Du uns die Tage ermöglicht hast. :-*

3! Wow!

Mein lieber Oskar,

heute bist Du drei geworden und hattest einen wundervollen Tag. Du hast lange geschlafen und bist fröhlich aufgewacht. Du hast mich mit den Worten: „Mama, die Sonne ist schon aufgegangen!“ begrüßt und als ich Dir freudig zum Geburtstag gratulierte, strahltest Du über beide Ohren, nahmst mich in den Arm und drücktest mich ganz feste.

„Hast Du mir einen Minions-Kuchen gebacken?“ Aber natürlich habe ich Dir Deinen Wunsch erfüllt und Dir einen Kuchen gebacken. Auch wenn dieser recht klein war damit wir ihn beim Frühstück naschen konnten.

Wir gingen dann gemeinsam ins Wohnzimmer, wo schon Dein Großer Bruder und Papa auf Dich warteten. Die beiden sind nämlich keine Langschläfer.

DSC06098Du hast Dich gefreut, über all die Deko, die Geschenke auf dem Tisch und dem Kuchen auf Deinem Platz. Das Geschenk Deines Bruder hast Du zuerst ausgepackt. Er hat Dir viele kleine Sachen, die Du so sehr von ihm magst, eingepackt. Diese Geste fand ich einfach zauberhaft. Im Päckchen war ein Lego-Auto mit Männchen, ein Mini-Transformer, Glitzer-StarWarsKarten, Fussball-Karten, ein Dino, eine Müllmannfigur und ein Flummi. Du hast Dich riesig gefreut. Dann hast Du Deine Duplo-Eisenbahn ausgepackt und kamst aus dem Strahlen nicht mehr heraus.

„Willst Du die Eisenbahn erst aufbauen oder erst frühstücken?“ „Erst Frühstücken!“ Das spiegelt Dich sehr schön wieder. Du bist geduldig und weisst, was Dir gut tut.

Du bist so sehr gewachsen im letzten Jahr. Du hast schon lange keinen Schnuller mehr. Ohne Trara und Schnullerbaum. Nach Ostern wolltest Du auch keine Windeln mehr. Das Trocken sein klappt so erstaunlich gut, dass ich meist ohne Wechselsachen unterwegs bin. Du redest wie ein Wasserfall, versuchst Dich an komplizieren Wörtern und achtest sehr auf Deine Aussprache. Seit ein paar Wochen übst Du fleissig Radfahren. Du willst das unbedingt können und fragst immer wieder danach.

Du weisst genau, was Du willst und was nicht. Wir mussten lernen, was eine Trotzphase bedeutet, denn diese hat Dein Bruder nicht so intensiv durchgemacht. Du wirfst Dich auch schon mal auf den Boden, wenn Dir etwas nicht passt, lernst aber auch sehr schnell, dass das auch nicht zum Ziel führt. Du hilfst mir viel im Haushalt, willst immer mit mir Backen, denn dann darfst Du vom Teig naschen, und auch oft mit mir Kochen. Du räumst Dein Geschirr in die Spülmaschine und bist auch sonst meist ordentlich. Du bringst uns immer noch durch Dein freundliches Wesen permanent zum Lachen und böse sein, kann man Dir nicht sehr lange.

Heute hast Du den Nachmittag mit Deinen Freunden verbracht und eine Minions-Party gefeiert. Du hattest viel Spass und den Rummel um Dich genossen.

Jetzt schläfst Du wie ein Steinchen. Wir lieben Dich, Du Großer!

Sie sind weg

Heute haben wir es getan. Wir haben sie weggegeben. Alles kleine Erinnerungen an die beiden Mini-Menschen, die in unser Leben traten. Eine große Kiste mit Erstlingsausstattung haben wir Andrea und Tobias vererbt, damit sie bei ihnen ein neues Zuhause findet und all die kleinen Mini-Teilchen wieder mit einem Menschlein ausgefüllt werden können. Und ich glaube, sie sind dort in guten Händen und hoffe sehr, dass ich sie das ein oder andere mal in Brand an mir vorbei spazieren und ein in den Klamotten meiner Jungs zufrieden schlummerndes Baby sehe.

Als ich diese vor ein paar Wochen im Keller sortierte, war ich doch schon ein wenig wehmütig. Denn bei jedem Teil sah ich ein kleines Männlein darin stecken. Ich roch an Mützchen und obwohl die Sachen alle gewaschen waren, bildete ich mir ein, dass sie nach meinen Babys rochen. Dieser tolle Duft, den man leider nicht abfüllen kann und den man immer wieder einsaugen muss, solange er noch da ist.

Ein paar Lieblingsstücke wanderten dann in eine Erinnerungskiste. Da ist z.B. der „Koma-Anzug“, ein Overall, in dem der Große sofort einschlief, sobald man ihn ihm anzog… Oder eines der wenigen Stücke, die ich vor der Geburt vom Großen kaufte, ein Schlafanzug mit Elefanten drauf… Die Jacke, die der Große von Oma aus dem Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff mitgebracht bekommen hat, und die er sooft anhatte… Oder die Jacke, die ich dem Kleinen zum ersten Geburtstag nähte… Die Schlafsäcke, die die Kinder zur Geburt vom Krankenhaus bekamen…
aber man kann ja nicht alles behalten, und es stört mich einfach, dass man so viele Sachen einfach aus den unterschiedlichsten Gründen hortet.

Was ist, wenn wir doch noch ein Kind bekämen? Wenn ich die Sachen jetzt weggebe? Was sollte das Kind dann anziehen? … Alles quatsch. Denn beim ersten Kind hatte ich auch keine Kiste mit Sachen.

Und was mir bleibt, sind Fotos von meinen Kindern. Von jedem Tag. d.h. all diese kleinen Teilchen sind irgendwann, irgendwo auf einem Bild. Ich kann sie mir immer wieder auf einem Foto mit meinem Kind drauf anschauen und brauche sie dafür nicht in einer Kiste. Und diese Fotos sind mir so viel mehr Wert, als all die kleinen Klamotten.

Heute haben wir auch unsere neuen Jahresfotos aufgehangen. Eine Übersicht aus DailyFratze über das ganze Jahr. Beide Jungs haben ihre Bilder auf Augenhöhe im Flur hängen und können so jederzeit sich ihr letztes Jahr anschauen. Dinge, die sie erlebt haben. Menschen, die sie getroffen haben. Ich liebe diese Momente in denen sie sich die Bilder angucken und sich erinnern. So schön zu sehen. Und manchmal wünschen sie sich dann, Dinge noch mal zu erleben, Menschen noch mal zu treffen. Der Große zählt, wie oft er ein Foto mit Oma gemacht hat. Und wie oft er seine Freunde auf den Bildern sieht. Eines der wirklich tollen DailyFratze-Features. Aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr. 🙂

Erbstück

Der Rowenta Luxuswaffelautomat WA-04 ist schon seit Anfang der 1990er in „Familienbesitz“. Irgendwann kam meine Mutter damit an und es gab regelmässig am Wochenende Waffeln. Gerne mit Sahne und Erdbeeren aus der Region. Ich fand‘ es immer toll, meiner Mutter dabei zu helfen und verbinde schöne Erinnerungen damit.DSC05309 DSC05310Schon erstaunlich, dass die alten Geräte so lange halten. Ich glaube nicht, dass man heute noch ein Waffeleisen „Made in Germany“ kaufen kann und finde das sehr schade.

Das die Anleitung mit den Rezepten schon arg zerfleddert ist, habe ich meine drei Lieblingsrezepte hier einmal abgeschrieben: Waffelrezepte aus der Anleitung vom Rowenta Waffeleisen.