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Kinderlos

Ich sitze jetzt schon den 2. Tag alleine zuhause, ohne Kinder und es fühlt sich sehr seltsam an. Gestern konnte ich die 3 Stunden gut mit Hausarbeit überbrücken, heute ist aber nun alles fertig, die Fenster müssten vielleicht noch geputzt werden…. aber nee, regnet bestimmt gleich wieder.

2 Wochen habe ich uns zur Eingewöhnung des Minis Zeit gegeben, doch dieser ist so gerne im Kindergarten, dass er mir gestern einen riesen Aufstand gemacht hat, als ich ihn wieder mit nach Hause nehmen wollte. Also fällt die „Eingewöhnung“ doch recht kurz aus. Einen Tag ist er nun 2.5 Stunden gegangen, wovon ich eine Stunde schon nach Hause ging und den 2. Tag blieb er 3 Stunden direkt alleine und wollte dann auch noch mit den anderen Kindern dort schlafen gehen, sodass ich mich auf eine Couch setzte und den großen Kindern beim Essen zusah. Heute an Tag 3. ist er jetzt schon 4 Stunden dort und bleibt auch noch, bis ich seinen Bruder von der Schule abgeholt habe.

Denn so wird es in Zukunft laufen, ich gehe arbeiten, hole den Großen aus der Schulbetreuung ab und wir gemeinsam dann den Kleinen. Denn das Abholen im Kindergarten dauert erfahrungsgemäß immer etwas länger.

Anton ist nun auch schon seinen 4. Tag in der Schule und ich bin wirklich stolz auf ihn. Auch er hat keinerlei Trennungsprobleme und geht gerne hin.

kuchen

Der erste Schultag war spannend. Wir waren früh losgegangen, um in der Kirche einen guten Platz zu bekommen und zu Antons Freude warteten vor der Kirchentüre schon Oma und Opa auf die Anton freudig zustürmte. Auch die andere Oma kam kurze Zeit später an und wurde von beiden Kindern glücklich begrüßt. Der Gottesdienst war kurzweilig und im Anschluss fand eine kleine Feier in der Turnhalle der Schule statt. Auf dem Weg über den Schulhof wurden die Erstklässler von klatschenden Schulkindern (teilweise mit Laola) begrüßt. In der Turnhalle wurde getanzt, gesungen und eine kleine Rede der Direktorin gehalten.

Im Anschluss gingen die Kinder für einen halbe Stunde in die Klassenräume und die Eltern warteten in der Aula (oder auf dem Schulhof – es war ja sehr heiss). Wir machten noch ein paar Fotos und gingen dann mit den Großeltern essen. Im Restaurant durften auch die Schultüte und Kindergartentüte geöffnet werden. Nachmittags gab es noch Kuchen bei uns zuhause und ein glückliches Schulkind fiel müde ins Bett.

Am ersten „richtigen“ Schultag begleitete Michael ihn. Er geht die ca. 1.5 km Schulweg mit 2 weiteren Kindern aus seiner Klasse zusammen. Auch die beiden anderen Mütter gingen mit. Auf dem Weg wurden noch 2 weitere Kinder „aufgesammelt“, die schon ins 3. und 4. Schuljahr gehen. Unter anderem auch Antons „Pate“, denn jeder Erstklässler bekommt einen Paten aus dem 4. Schuljahr, der für Fragen und Hilfe auf dem Schulhof zuständig ist. Es hat mich gefreut, dass Anton seinen Paten schon vorher kannte, denn dieser war auch schon in seiner Kindergartengruppe. Als ich ihn mittags abholte, war er von den Eindrücken ein wenig überwältigt und musste sich erst einmal sortieren. Auch gestern mittag sagte er mir auf die Frage : „Was habt ihr denn in der Schule gemacht?“ „Ich muss erstmal ein wenig überlegen, Mama. Ich erzähl Dir das dann wenn wir zuhause angekommen sind.“  Anscheinend brauchte er die halbe Stunde Fussweg um alles zu sortieren.

Heute morgen konnten die 3 Schulkinder es kaum erwarten, in die Schule zu kommen. Wir Erwachsenen wechseln uns mit dem hinbringen ab. Auch wenn die 3 sich vorher nur wenig kannten, so geben sie sich doch jetzt Halt und es ist für alle einfacher, loszulassen. Und da nicht jeden Tag die/der eigene Mama/Papa dabei ist, gibt’s auch keine Trennungstränen.

Morgen werde ich die Kinder das erste Mal begleiten. Ich bin so gespannt. Vermutlich werd ich dann auf dem Rückweg ein Tränchen verdrücken. Wenn mich keiner sieht.

 

Nachtrag zum Schultüteninhalt:

Anton hat sich riesig über seinen Inhalt gefreut. Folgendes war drin:
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  • Yoda Buch (Für Erstleser)
  • Star Wars Rebels Folge 1 (Hörspiel)
  • Star Wars Rebels Socken
  • Erstklässler-Shirt mit Namen
  • Regencape für den Schulranzen
  • Stirntaschenlampe (für spätes Lesen unter der Bettdecke 😉 )
  • PEZ Yoda
  • Selbstgebastelter Star Wars Rebels Button für den Sportbeutel
  • Süßes

Star Wars Schultüte

Als die Kindergarten-Erzieherin von Anton vor einigen Monaten mich fragte, ob ich auch eine Schultüten-Bastelvorlage für kleines Geld bestellen wollte, kam ich schon ein wenig ins schwitzen. Auf das Basteln der Schultüte hatte ich mich schon sehr lange gefreut. Denn: Ja, ich bastel gerne! Und ich fühl mich in der Bastelmutti-Schublade auch ziemlich wohl. 😉 Ich habe heute noch meine eigene Schultüte im Keller liegen und auch für meine Halbgeschwister habe ich zur Einschulung ein kleines Geschenk in einer Mini-Schultüte verpackt.

Meine Schultüte vom 01.09.1987 - Das Glanzpapier löst sich langsam

Meine Schultüte vom 01.09.1987 – Das Glanzpapier löst sich langsam

Der Große bekam die Frage mit und suchte sich direkt ein Motiv aus. Sein wenige Tage vorher geäusserter Wunsch von der Iron-Man-Schultüte war direkt mal vergessen. Also erinnerte ich ihn kurz noch einmal eindringlich daran. Denn mal ehrlich: wenn schon basteln, dann möchte ich auch was machen, was sonst kein anderes Kind hat.

Wir sprachen also auf dem Heimweg noch mal in Ruhe über das Thema und bestellten dann keine Vorlage. Puh. Kurze Zeit später ging ich dann einen blauen Schultüten-Rohling, goldenen Fotokarton und so blaues Deko-Irgendwas-Zeugs kaufen, aus dem ich mir Iron-Man zusammenschustern wollte. Roten Fotokarton und alles andere hatte ich noch zu Hause.

Ich suchte stundenlang im Internet nach der optimalen Iron-Man-Vorlage, die leicht nachzubasteln und auch von der Form Schultüten-Kompatibel ist. Ich vergrößerte diese, druckte sie SW aus und markierte mir die Teile, die ich aus den verschiedenen Pappen ausschneiden wollte. Dann legte ich die Sachen zur Seite, denn viel „Am-Stück-Bastelzeit“ hab ich selten.

Ein paar Tage später schaute der Mann mit dem Grossen „Star Wars“. Das war’s dann mit der Iron-Man-Schultüte. Anton wollte eine Star Wars Schultüte. Ganz sicher. Ich hatte zu früh mit der Schultüte angefangen. Kann ja keiner ahnen. Also überlegte ich kurz, ob ich irgendwie beide Themen zusammenführen kann. Michael und ich fanden einen als Iron-Man lackierten C3PO sehr lustig, aber für Anton war das nicht wirklich das, was er wollte.

Also nochmal von vorn und konkret nachgefragt, wie denn die Schultüte aussehen soll. „Also da soll Luke Skywalker drauf und Yoda und Darth Vader und C3PO und R2D2 und ein Stormtrooper und…..“ STOP!! Irgendwann ist die größte Schultüte ja voll und so einigten wir uns auf 5 Figuren. Ich wartete jedoch noch ein klein wenig, bis ich wieder anfing. Nur zu Sicherheit. Falls noch irgendwas tolleres ihm in den Sinn kommt.

Er brachte mir dann irgendwann eine Star-Wars-Karte auf der Luke Skywalker drauf war und wollte ihn genau so. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich vereinfachte Varianten der Charaktere  aus Fotokarton bastele. Das funktionierte mit der Vorlage aber nicht. Also zeichnete ich ihn ab und ersetzte die Pistole durch ein Lichtschwert (und recherchierte im Netz noch „schnell“ die richtige Farbe …. gar nicht so einfach, wie ich dachte). Dazu vergrößerte ich mir die Kartenvorlage, druckte diese aus und malte auf dem Ausdruck (auf dem Fotokarton liegend) die Umrisse und markante Stellen nach. Dies drückte sich dann in den Fotokarton und vereinfachte es, Proportionen beim zeichnen beizubehalten.

Es folgten Darth Vader (hey, der war einfach), Yoda (von dem ich ebenfalls von Anton eine Vorlage bekam. Sooo viele Falten!), R2D2 und C3PO, bei dem ich wenigstens den goldenen Fotokarton wiederverwenden konnte. Gemalt hab ich mit normalen Buntstiften. Ausserdem hab ich noch Lackstifte und Metallic-Acryl-Farbe benutzt. Ich habe keine Ahnung, wie lange das gedauert hat… 😉

luke yoda
vader
r2d2  c3po

Den Schultüten-Rohling wollte ich zum Weltall werden lassen, also tupfte ich mit schwarz, blau, lila, grün und gelber Acryl-Farbe auf einem Schwamm wild über das ganze Teil, bis auf ca 20cm von der Spitze. Nachdem die Farbe getrocknet war, habe ich weisse Acryl-Farbe mit Hilfe eines Borstenpinsels draufgespritzt. Das klappte nur so mässig, also habe ich mit einem weissen Lackstift weitere „Sterne“ (verschieden dicke Punkte) draufgemalt.

weltall  planet

Um die Spitze hab ich dann das blaue Dekozeugs doppelt geklebt, was eigentlich Iron-Mans Raketenantrieb werden sollte. Ich finde es sieht einem Planeten so doch recht ähnlich.

Mit dem StarWars-Logo bzw. der Schrift hab ich auch noch ein wenig rumgespielt, da ich noch den Namen auf die Tüte haben wollte. Der Fotokarton war beim ausschneiden jedoch ein wenig widerspenstig.

antonschulkind

Nachdem dann alles auf den Rohling fest angeklebt war hab ich noch ein paar Sterne aus einem Fotokarton mit 3D-Effekt ausgeschnitten und aufgeklebt.

schultüte

Jetzt fehlt nur noch die Füllung und dann wird sie noch mit einem Band (an dem das „Schulkind“-Schild hängt) verschlossen und es darf nicht bei der Einschulung regnen. 🙂

 

Und schon wieder alles anders

Heute hat Anton seinen letzten Tag im Kindergarten. Für mich fühlt sich das seltsam an, denn es ist für mich kein Abschied vom Kindergarten, da Oskar nach den Ferien seinen Platz übernehmen wird. Aber mein Kind ist nun groß, lässt schon wieder einen Lebensabschnitt hinter sich und beginnt einen Neuen. Er ist voller Vorfreude doch auch ein wenig wehmütig. Er war gerne im Kindergarten, hat Freunde gefunden, konnte dort frei spielen und sich dadurch entfalten. Er malt phantasievolle Bilder, klettert meterhoch in Bäume, übernimmt gerne Verantwortung für Kleinere und kommt gut mit größeren Kindern aus. Er ist offen und findet schnell neue Freunde. Und auch wenn er in der Schule noch eine ganze Weile 5 Jahre sein wird, so wirkt er jetzt schon so groß, dass er nicht auffallen wird unter all den Regelkindern. Seine Kindergartenfreunde kommen alle auf andere Schulen, doch das stört ihn nicht, da er sich sicher ist, neue Freunde zu finden. Er freut sich auf das Lernen und versucht in den letzten Wochen überall Wörter zu entziffern. Ich bin so gespannt, wie er die Schule dann finden wird.

Selbstbildnis aus seiner KiGa-Mappe (ca. Oktober 2014)

Es wurde schon viel Abschied gefeiert. Erst feierten alle Vorschulkinder mit ihren Eltern und den Erzieherinnen ein Grillfest mit anschließendem Zelten auf dem Kindergartengelände. Für die Kinder war es toll, lange aufzubleiben, mit Stockbrot um ein Feuer zu sitzen und ein Abenteuer zu erleben.

Diese Woche feierten wir dann Abschied in der Gruppe, sodass sich die Kinder untereinander verabschieden konnten. Dazu waren auch die alle Eltern eingeladen. Und gestern dann feierten wir einen Abschiedsgottesdienst. Die Kinder sangen Lieder und führten einen Tanz auf. Ausserdem hatte jedes Kind ein Bild mit seinem Lieblingsort, Lieblingsfest und Lieblingsessen gemalt, das per Beamer an die Wand geworfen und vom Kind beschrieben wurde. Eine tolle Idee. Die Erzieherinnen drückten ihre Wünsche in einem Lied aus, was ich ganz toll fand.  Ich habe auch fast nicht weinen müssen. Erst bei den Fürbitten rollte ein kleines Tränchen runter. Ich bin bei sowas sehr sentimental. Unser Großer war dabei so selbstsicher, ohne Angst vor all den Leuten in der wirklich vollen Kirche. Ich hoffe, dass das in der Schule auch so ist.
Zum Abschied gab es noch eine Mappe mit den gesammelten Werken, Fotos von Geburtstagen und Ausflügen und den Beobachtungsbögen der Kinder. Ausserdem hatte jedes Kind ein Seidentuch mit einem Regenbogen bemalt, dass es nun zur Erinnerung überreicht bekam.

Und nun sitze ich hier und nutze die letzte halbe Stunde, die mein Kind noch im Kindergarten verbringt (und das kleine Kind neben mir schläft) um diesen Beitrag zu verfassen.

Danach kommen die Ferien und dann wird wieder alles anders. Wir werden uns einen neuen Rhythmus angewöhnen müssen, denn aktuell sind wir meist die Letzten in der Kindergartengruppe. Schule beginnt aber um 7:55h und das frühe Aufstehen muss geübt werden. Unser kleines Kind kommt dann auch schon in den Kindergarten und ich gehe wieder jeden Tag arbeiten. Ich bin ein wenig traurig, dass Oskar auch so schnell gross geworden und nun auch schon ein Kindergartenkind ist. Ich habe die Zeit mit ihm zuhause sehr genossen. Aber man merkt, wie gerne er in den Kindergarten gehen würde. Er geniesst es immer, wenn er mal ein paar Minuten dort spielen darf und ist dann schwer wieder raus zu bekommen. Ausserdem freut es mich, dass die anderen Kinder in der Gruppe sich teilweise auch schon auf ihn freuen. Ein Junge fragt bei jeder Gelegenheit, wann Oskar denn nun endlich kommt.

Ich sehe ihn schon oben in den Kletterbäumen sitzen und mit seinen Freunden Spass haben. Er wird genauso schnell groß sein, wie sein großer Bruder.

Und so geniesse ich jetzt die folgenden 4 Wochen mit beiden Kindern. Denn jeden Tag sind sie ein Stückchen größer und das geht viel zu schnell.

Fliegen mit Kleinkindern

Als Ergänzung zum letzten Post würde ich gerne einmal aufschreiben, was wir machen, damit das Fliegen mit den Kindern mehr Spass als Horror ist.

Vorbereitung

Für uns ist wichtig, dass die Flugdauer nicht allzu lange ist. Daher entschieden wir uns bei beiden Kindern für den ersten Flug zu einem Flug nach Menorca. 2 Stunden im Flugzeug ist für uns für den Anfang genug. Mit Anton sind wir auch schon nach Teneriffa geflogen, aber 5 Stunden Flugzeit ist auch das Maximum, was ich mit meinen Kindern machen möchte. Das macht mir ja selbst irgendwann keinen Spass mehr.

Für den Urlaub hat Jedes Kind seinen eigenen Trunki. Das sind Kinderkoffer mit Rollen, die so konstruiert sind, dass die Kinder sie wie ein Bobbycar nutzen können. Da diese als Handgepäck gelten, dürfen die Kinder dort in eine Hälfte das Spielzeug einpacken, dass sie auf die Reise mitnehmen wollen. In die andere Hälfte packe ich Wechselsachen und Windeln. Den eigenen Koffer packen zu dürfen macht beiden viel Spass und sie können es danach kaum noch abwarten. Also: nicht zu früh packen lassen. Die Koffer sind nicht ganz günstig aber ihr Geld wirklich wert. Ein ideales Geschenk zum ersten Geburtstag. 🙂

Ausserdem haben wir uns häufiger das Buch „Der Flughafen“ aus der Reihe „wieso weshalb warum“ angeschaut. Dadurch wurde der Ablauf am Flughafen vertrauter und zumindest der Große stellte nicht zu viele Fragen, was denn nun als nächstes passiert.

Am Flughafen

Durch die Trunkis sind die Kinder immer mobil und haben Spass. sie kommen schnell mit und müssen die teilweise langen Strecken nicht zu Fuss zurücklegen.

Einen Buggy haben wir uns dieses Jahr gespart und das ErgoBaby mitgenommen, um Oskar transportieren und unter Kontrolle halten zu können. Bei der Gepäckabgabe (Check-In haben wir schon online gemacht) blieb er in der Trage, damit er nicht abhanden kam. Bei der Sicherheitskontrolle musste ich ihn natürlich aus raus nehmen, habe aber erst alles in die Boxen gepackt und ihn dann aus der Trage genommen. Da muss man dann einfach ein bisschen ruhig bleiben in all der Hektik, die dort herrscht.

Zu den Gates rollten dann wieder beide Kinder mit den Koffern. Flugzeuge gucken ist ihre Lieblingsbeschäftigung. Es gibt aber ja auch eine Menge zu bestaunen.

In Köln am Flughafen gibt es vor manchen Gates kleine Spielplätze. Wenn man so wie wir bei unserem ersten Flug mit Kind eine Verspätung von 4,5 Stunden hat, ist sowas gut zu wissen. 😉

Auch auf Menorca ist der Flughafen sehr kinderfreundlich mit Spielmöglichkeiten ausgestattet.

Vor dem Einsteigen sollte man auf jeden Fall noch mal Wickeln. Einmal musste ich Anton im Flieger wickeln. Das war Horror! In diesen Mini-Toiletten sind zwar Wickeltische, diese sind jedoch so klein und unter dem gebogenen Flugzeugrumpf, dass er totale Panik bekam. Etwas, was ich nicht nochmal machen möchte. In Köln gibt es separate Wickeltoiletten, was einem als Frau manchmal sogar das Anstehen an der Damentoilette erspart.

Beim Einsteigen in den Flieger habe ich zumindest auf dem Rückflug Oskar wieder in die Trage gepackt und bis zum Platz transportiert. Das ist wesentlich angenehmer als mit dem Kind auf der Hüfte durch den Flieger oder wenn er selbst hinter den einsteigenden Schlage stehen muss.

Im Flugzeug

Im Flieger saß Michael zwischen den Kindern. So konnten sie sich beide ankuscheln, denn der Schlafmangel war schon spürbar.

Für den Start und die Landung ist es wichtig, dass Kinder oft schlucken, damit der Druck ausgeglichen wird. Schnuller für den Kleinen und Gummibärchen für den Großen reichten hier aus. Ich habe es jetzt schon mehrfach gesehen, dass bei Start und Landung Kinder unendlich schrieen und die Eltern hilflos waren. Für Kleinkinder darf auch immer ein Getränk durch die Sicherheitskontrolle mitgenommen werden. Wenn man keinen Schnuller hat oder das Kind noch zu klein für Gummibärchen ist, hilft auch Wasser oder Milch trinken.

Auf jeder Flugreise haben wir ein kleines neues Spielzeug für die Kinder dabei. Dies überbrückt schon einen Großteil der Zeit. Ansonsten gilt: Selbst ruhig bleiben. 🙂

Die meisten Kinder haben irgendwann keine Lust mehr. Oskar weinte auch kurz weil er vor Übermüdung auf dem Rückflug nicht einschlafen konnte. Ein bisschen kuscheln half hier aber ziemlich gut.

Manchmal ist weinen ja auch ansteckend. Auf dem Rückflug weinte ein Kind fast eine Stunden lang. Die Eltern ignorierten es einfach. Als die Mutter angesprochen wurde, reagierte sie nur mit „Die hört jetzt nicht auf zu weinen. Da kann man nix machen. Das ist ja wohl mein Kind, ich werd das schon wissen.“ Gut…. Jeder so wie er meint, Oskar war jedoch sehr irritiert und weinte kurz ein wenig mit. Michael setzte ihm dann Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung und seiner Lieblingsmusik auf. Zumindest unser Kind weinte dann nicht mehr.

 

Eigentlich ist fliegen mit den Kindern eine tolle Sache und für die Kinder ein spannendes Abenteuer. Der Bewegungsdrang im Flieger ist natürlich da, wir ziehen den Kindern die Schuhe aus und sie dürfen sich dann auch auf ihren Sitz legen oder knien. Bisher klappte die Ablenkung immer sehr gut.

Menorca im Family Club

Als wir das erste Mal nach der Geburt von Anton in Urlaub fuhren, waren wir verunsichert. Wir wählten die Pension in Domburg, in die wir schon viele Jahr zuvor gefahren waren. Doch plötzlich gefiel sie uns nicht mehr. Es störte, dass das Zimmer so klein war, dass es ein gemeinschaftliches Badezimmer gab und dass das Haus so hellhörig war, so dass wir jedes Mal, wenn das Kind weinte ein schlechtes Gewissen hatten. Ausserdem störte uns auch, dass die Besitzer des Hauses in ihrem Haus rauchten.

Der nächste Urlaub sollte anders sein. Wir suchten etwas, wo man sich mit Kindern willkommen fühlt. Nicht allzu weit weg und warm.

Unsere Wahl fiel auf einen Family Club auf Menorca, der uns so gut gefiel, dass wir dieses Jahr wieder dort hingefahren sind. Für beide Kinder war also Menorca die erste Flugreise, Anton war damals 9 Monate und musste noch auf dem Schoß sitzen, Oskar hatte dadurch, dass er schon 2 ist, einen eigenen Sitz. Beides ist aber bei einem Flug von 1:50h ok.

Der Flug ging dieses Mal recht früh, sodass wir noch vor Öffnung des Flughafens um 7Uhr auf Menorca angekommen waren. wir drehten also noch ein Paar Runden über dem Flughafen. Unsere Koffer kamen zügig und wir waren schnell im Hotel. Ich hatte extra so gepackt, dass im Koffer eine Tasche mit Badesachen, Sonnencreme etc. drin ist, da ich damit rechnete, dass wir erst im Nachmittag unser Apartment beziehen können. Doch beim einchecken kam die erste positive Überraschung: Das Zimmer ist schon fertig. Super. Vermutlich passiert einem das in der Hauptsaison nicht, aber so konnten wir uns in Ruhe ein wenig luftiger anziehen und ohne Gepäck frühstücken gehen. Nach dem Frühstück ging’s erstmal an den Kleinkinderpool, der mit seinen Piratenschiff-Rutschen die Kinder begeisterte. Vor 5 Jahren war diese noch nicht da, soweit ich mich erinnere.

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Zur Maus waren wir wieder im Zimmer, die wir nutzen, dass die Kinder sich ins Bett legten und noch ein bisschen Mittagsschlaf im Anschluss machten.

Nachmittags ging es dann ans ins Kikoland, wo die Kinderbetreuung und Animation stattfindet. Es gibt einen abgegrenzten Babyclub, in dem Kinder von 0-2 spielen dürfen. Mit oder ohne Eltern. Oskar war gerne dort (genau wie Anton damals), jedoch würde ich ihn niemals dort alleine lassen. Ich habe so viele traurige Kinder gesehen, dass ich echt immer heftig schlucken musste. Ich habe grossen Respekt vor den Betreuerinnen, die mit viel Geduld, die verwirrten und unglücklichen Kinder auf dem Arm wiegen, bis sie sich beruhigen oder einschlafen. Betten gab es in einem Nebenraum. Für alle über 2 gab es eine gemeinsames Programm. Spiele, Basteln, Schatzsuchen, Ausflüge… und für das meiste konnte man „Diplomas“ sammeln. Erwachsenenanimation gabs aus. Aber das ist nichts für uns. 😉

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Nach dem Kikoland gingen wir zum Meer, das über einen Tunnel vom Club aus ohne Strassenüberquerung erreichbar ist. Die Kinder buddelten und waren einfach glücklich. Und wir auch.

Dann ging’s zum Abendessen. Und hier macht sich dann bemerkbar, dass man sich wirklich in einem Family Club befindet. Alle Tische sind für Erwachsene und mind. 2 Kinder eingedeckt. Für Kinder gibt es bunte Plastikbecker und auch am Buffet stehen für Kinder überall bunte Plastikteller, -schüsseln und -besteck bereit. Es gibt ein separates Kinderbuffet auf Kinderhöhe, wo sie sich ihr Essen selbst auf den Teller legen können, und sogar eine Eistheke auf Kinderhöhe. Betritt man das Restaurant bringt der Kellern für die Kinder entsprechend Kindersitze oder Sitzerhöhungen. Auch wenn das Restaurant voll ist, sind immer genug Kindersitze vorhanden. Sogar Lätzchen kann man bekommen.

Als Eltern braucht man sich nicht Sorgen, dass man mit den Kindern unangenehm auffallen könnte. Es gibt nur andere Eltern mit Kindern. Natürlich ist die Lautstärke  um ein vielfaches höher als in „normalen“ Hotels. Daran muss man sich erstmal gewöhnen.

Anton liebte es, die Farbe seines Tellers mit dem Becher abzugleichen und sich selbst Essen holen zu können. Natürlich passieren bei so vielen selbstständigen Kindern auch öfters Kleckereien, an die die Kellner aber gewöhnt sind. Tischdecken werden immer gewechselt und unter dem Tisch durchgewischt, wenn nötig.

Das alles macht das Essen stressfrei und angenehm.

Abends gabs immer 2 Shows, eine speziell für Kinder mit Club-Tanz pipapo und danach eine, woran auch die Erwachsenen Spass haben könnten, aber immer noch kindgerecht. Je nach Müdigkeit der Kinder durften sie ein oder zwei Shows anschauen. Den restlichen Abend verbrachten wir Erwachsenen dann auf dem Balkon. Alle Getränke der Bar gab es auch „to go“.

Wir verbrachten unsere Tage vormittags meist am Pool und nachmittags am Meer. Mittags war Siesta angesagt. So waren die Kinder auch abends noch fit.

Mittwochs mieteten wir uns ein Auto und fuhren Richtung Mahón. Da die Insel nicht gross ist machten wir noch einen Zwischenstop auf dem Monte Torre und am Cap de Faváritx. Dort aßen wir auch unser Picknick, dass wir beim Hotel bekommen konnten, wenn man nicht mittags dort aß. In Mahón angekommen buchten wir eine Hafenrundfahrt durch den Naturhafen. Die Kinder fanden das Glasbodenschiff und die zu bewundernden Fische toll, wir Erwachsenen waren über die historischen Bauten und Informationen dazu überrascht. Alles in allem hat sich die Stunde Rundfahrt für alle gelohnt.
Die Kinder waren danach jedoch zu Müde, um noch mehr durch die Stadt zu bummeln, und so fuhren wir zurück zum Hotel.

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Michael mietete sich noch 2 Morgen ein Rad und strampelte ein wenig an der Küste entlang. Dafür war es mir definitiv zu warm.

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Der Rückflug war erst spät Abends, sodass wir auch noch einen ganzen Tag am Pool verbrachten.

Für einen unbeschwerten Urlaub mit Kindern, bei dem man sich um nichts kümmern muss und auch die Kinder sich nicht langweilen, eignet sich Menorca und der Royal Son Bou Family Club bestens.

Schon zwei!

Mein lieber Oskar,

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wie die Zeit verfliegt. Jetzt bist Du schon 2 Jahre alt und ich hab immer noch das Gefühl, dass es gar nicht so lange her ist, dass wir uns auf Dich gefreut haben.

Das letzte Jahr verging im Flug, Du hast soviel gelernt. Du kannst laufen und rennen. „Oka snell“. Du versuchst zu hüpfen. „Oka pfüpft“. Du liebst das Bobby-Car. „Kakaka“ dabei lachst Du dreckig, denn eigentlich kannst Du schon „Bobika“ sagen. Laufrad fahren findest Du super. „Oka selba Fahra farn“.

Du isst alleine, schüttest mit Vorliebe Dir Dein Getränk ein und auch sonst schüttest Du gerne von A nach B (und wieder nach A …). Du willst alleine durch die Welt gehen, ohne Hilfe Treppen steigen, Schuhe anziehen, Jacke ausziehen, ins Auto einsteigen und vieles mehr. „Oka selba“.

Dein Lieblingsspielzeug ist weiterhin die Murmelbahn und die Holzeisenbahn. Du baust mit Geduld deinen Strecken auf und lässt Murmeln und Eisenbahnen rollen. „Oka baut“.

Ausserdem liebst Du Musik. „Oka Siek machn“. Du kannst alleine den Verstärker anmachen, die CD in die Anlage legen und starten. In Mamas Zimmer schaffst Du es sogar, deine Lieblingstitel auszuwählen. So hören wir in Dauerschleife „Wickie“, „Hey Pipi Pampfpumpf“, „Ohohohoho“ (???-Kids Intro), „Supajunge“ und „Nee“.

Man versteht Dich immer besser und es ist spannend zu sehen, wie viel Mühe Du Dir bei der Verständigung gibst.

Du kuschelst gerne und möchtest abends nach dem Zubett gehen noch „Oka ’nute smusen. Einma!“.

Du bist oft frech, weisst aber ganz genau, wie Du gucken musst, dass Dir niemand böse sein kann. Wenn wir doch mal schimpfen müssen, ist Dein wirklich betroffenes Gesicht so niedlich, dass aller Ärger direkt wieder verflogen ist.

Wir lieben Dich, Du Sonnenschein.

 

Heute morgen war die Freude in Deinem Gesicht über die besonderen Momente nur für Dich wunderschön. Du hast Dich riesig über den von Dir gewünschten Maus-Kuchen gefreut und wolltest immer wieder deine 2 Kerzen auspusten.

Dein Bruder, der seine Liebe ja immer wieder über Geschenke kundtut, schenkte Dir zusätzlich zu unserem Geschenk spontan noch sein „Jim-Knopf“-Pixi, über das Du Dich gefreut hast, ihm einen Kuss gabst und „Danke sön“ sagtest, während Du darin blättertest. Alleine dieser Moment sagt so viel über Dich und Deinen tollen großen Bruder.

Rocket Man

Vor einiger Zeit lernten wir über Twitter und das dortige Projekt wirleben.ac, an dem Michael und ich 2012 teilnahmen, @bee8bit und @connymel kennen, die bis vor einigen Jahren ebenfalls in Aachen lebten.

Letztes Jahr luden die beiden uns zu sich nach Solingen ein und wir verbrachten dort einen tollen Nachmittag. Unsere grossen Jungs verstanden sich auf anhieb super.

Vor ein paar Wochen stand dann der Gegenbesuch an und die 4 brachten unseren Jungs ein tolles Geschenk mit. Eine Rakete. (Und mir einen tollen Ohrwurm seither. 😉 )

Und wer jetzt denkt… och jo.. ne Rakete halt, der hat das Teil noch nicht live erlebt.

DSC01078Der @bee8bit hat mit viel Liebe und Können Schalter, Lämpchen usw. verbaut und für kleine Raumfahrer ein tolles Spielzeug geschaffen.  DSC01086 DSC01087

Es gibt Kippschalter, bei denen entsprechende Lämpchen von grün nach rot wechseln, ein Lauflicht, für das die ‚mitlaufenden‘ Lämpchen und die Geschwindigkeit reguliert werden kann, Schalter für das „Bullauge“, bei dem von grün auf rot oder auch aus gewechselt werden kann, Schalter für den „Raketenantrieb“ und und und…. (man merkt, ich bin nicht gerade Elektrotechniker. 😉 )

Unsere Beiden waren zumindest hin und weg und streiten sich seitdem um dem Platz am Joystick.

 

2015-03-22_origWir bastelten gemeinsam einen Raumfahrerhelm und auch der über der Rakete von der Decke baumelnde Bär bekam einen Helm aus einem Bällebadball.

Wenn man übrigens die äusserste Schicht des Helms aus Kopierpapier macht, spart man sich das anmalen. 😉

Das Teil steht in Oskars Zimmer, da wir denken, dass er sie noch am längsten bespielen wird und so auch mal der Große zum Spielen ins Zimmer des Kleinen kommt und nicht immer nur umgekehrt.

Nochmal vielen lieben Dank für das tolle „Erbstück“, die Kinder stürmen beim Wort „Rakete“ sofort hin. 🙂

Es ist schön, dass man so wunderbare Menschen über Social-Media-Netzwerke kennenlernen kann.

Marathon-Staffellauf in Düsseldorf

Am 26. April 2015 findet in Düsseldorf während des Metro-Group Marathon Düsseldorf ein Marathon-Staffellauf des Bundesverbands Herzkranke Kinder e.V. statt. Dabei wird Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (AHF) die Möglichkeit gegeben, gemeinsam einen Marathon zu laufen.

Auf diese Aktion machte mich Die Rabenmutti aufmerksam, die das Bloggerevent „Herzkranke Kinder zählen auf Dich“ startete, da für den Staffellauf  noch dringend Teilnehmer und Spender gesucht werden.

Ich finde die Idee, Kindern die Möglichkeit zu geben etwas gemeinsam zu schaffen, was sie alleine niemals schaffen würden, sehr schön. Es stärkt das Selbstbewusstsein, gibt jede Menge Mut und Freude und lässt die Krankheit in den Hintergrund verschwinden.

Deshalb hier einmal kurz die Fakten:

Der Marathon startet am 26.04.2015 um 9 Uhr. Anmeldeschluss beim BVHK ist der 17.04.2015.

Gesucht werden:

  •  Kinder, Jungendliche oder Erwachsene mit angeborenem Herzfehler, die gerne mitlaufen möchten. Zum Start muss ein Attest der behandelnden Arztes bzw. eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten vorliegen.
  • Spender für den Bundesverband Herzkranke Kinder e.V.
  • Helfer vor Ort

Für weitere Informationen schaut doch auf die Seite des Bundesverbands Herzkranke Kinder e.V. oder Die Rabenmutti vorbei.

Die letzte Hebamme

„Wir verschwinden doch nicht! Es hat nie eine Zeit ohne Einhörner gegeben, wir leben für immer, wir sind so alt wie der Himmel, so alt wie der Mond!… Schmetterling, auf all Deinen Reisen, hast Du da noch andere wie mich gesehen?…“

„Sie verschwanden von allen Strassen, vor langer Zeit….“

Letztes Wochenende schaute ich zusammen mit dem Großen nach für mich langer Zeit nochmal „Das letzte Einhorn“. Ein wunderschöner Film, den ich als Kind sehr liebte und immer noch gerne anschaue.

Ich weiss nicht warum, aber ich musste beim Anschauen die ganze Zeit an die gerade verschwindenden Hebammen denken. Es macht mich traurig zu lesen, wie immer mehr Hebammen sich ein anders Tätigkeitsfeld suchen, da sie sich ihre Arbeit nicht mehr leisten können. Schwangere berichten mir, wie schwierig es ist, eine reine Nachsorgehebamme zu finden.

Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass es irgendwann keine Hebammen mehr geben wird. Für mich waren sie bei beiden Geburten die wichtigsten Personen. Ich wusste, ich habe eine Hebamme, die ist da, wenn es losgeht. Eine, die ich kenne und mag und der ich vertraue. Sie war die Person, die die Situationen richtig einschätzen und die richtigen Entscheidungen treffen konnte. Das konnte weder ich, noch mein Mann. Auch beim 2. Kind nicht. Wäre meine Hebamme nicht bei mir gewesen, wäre ich früher ins Krankenhaus gefahren. Ich hätte nicht gewusst, wann ich pressen muss/kann/darf.

Nach der ersten Geburt war ich so froh, dass ich -durch Hebammen gestärkt- ohne Angst in die zweite Geburt gehen konnte. Ohne Hebammenvorsorge und Gespräche mit weiteren Hebammen wäre ich davon ausgegangen, dass ich wieder das gleiche durchmachen müsste. Dass ich die Schmerzen nicht aushalten könne und hätte mich vermutlich direkt für eine PDA entschieden. Meine Hebamme hat sich in den Vorsorgegesprächen alle Sorgen angehört, den Geburtsbericht der ersten Geburt durchgearbeitet, um meine Gedankengänge nachvollziehen zu können. Sie hat nach meinen Wünschen gefragt, was ich von ihr erwarte und ihr ganzes Verhalten, ihre Ratschläge usw. auf mich angepasst. Dies alles hat mir Sicherheit gegeben und Angst genommen. Kein Vorsorgegespräch beim Arzt könnte dies leisten.

Jemand, der noch nie von einer guten Hebamme betreut wurde, wird vermutlich noch nicht mal bemerken, was fehlt. So viele Schwangerschaften macht man in der Regel ja nicht durch, dass man großartig vergleichen kann. Ich kenne Frauen, die keine einzige Vorsorge bei einer Hebamme ich Anspruch genommen haben. Oder Frauen, die unter der Geburt die Krankenhaushebamme als störend empfunden haben. Oder auch Frauen, die die Nachsorgehebamme beim 2. Kind unnötig fanden. Jede Frau ist anders und möchte ihre Schwangerschaft und Geburt anders betreut haben. Die Frauen, die jedoch so wenig medizinische Intervention wie nötig aber trotzdem eine fachlich kompetente Betreuung möchten, bleiben bei den aktuellen Entwicklungen auf der Strecke. Das ist ein Skandal!

Ich hoffe, dass sich in den nächsten Monaten an der Situation noch etwas ändert. Sie dürfen nicht verschwinden! Es hat noch nie eine Zeit ohne Hebammen gegeben.

Langsamkeit des Alltags

Der Mini ist aktuell ganz stark im „selba“-Modus angekommen. Alles muss erstmal selbst ausprobiert werden, Hilfe nimmt er nur an, wenn er nicht weiter kommt. Selber Treppen steigen, selber Schuhe anziehen, selber Milch einschütten…

Es ist wunderbar zu sehen, was er jeden Tag neues ausprobiert, wie er sich über seine Erfolge freut und sich dafür auch oft selbst nochmal lobt, „Bupa“ (super) sagt oder in die Hände klatscht.

Doch diese wachsende Selbstständigkeit stellt mich als Mutter oft auf die Probe, denn er bestimmt noch mehr meine Rhythmus, verlangsamt meinen Tag. Ein Gang vom Kinderzimmer ins Wohnzimmer dauert z.B. im Moment wg. 15 Stufen ungefähr 2 Minuten. Bei Terminen muss der höhere Zeitaufwand mit eingeplant werden, damit keine Stresssituationen entstehen.

Beim ersten Kind waren diese öfters der Fall, da man es einfach noch nicht gewohnt war, sich immer wieder an einen neuen Rhythmus des Kindes anzupassen. Erst musste Stillzeit und Pflege des Kindes mit eingeplant werden, bevor man morgens das Haus verlassen konnte. Hatte man sich daran gewöhnt, wollte es schon selber essen und der Zeitplan verschob sich. Danach sind es vielleicht nur die Schuhe, die es selber anziehen möchte. Am nächsten Tag kann es schon zusätzlich die Mütze sein.

Das dies so ist, ist mir nun wesentlich mehr bewusst und ich versuche, ihnen die Zeit zu geben, ohne innerlich die Uhr im Hintergrund ticken zu hören. Dies ist auch der Grund, warum ich im Alltag keine Uhr mehr trage. Der Kindergarten hat keine feste Zeit, zu der wir dort sein müssen. An normalen Tagen bestimmt also die innere Uhr das verlassen des Hauses. Haben wir morgens einen Termin, plane ich 2 Stunden vorher für Frühstück und Fertigmachen
ein. Sind wir schneller kann immer noch gespielt werden. Haben wir einen Termin direkt nach dem Kindergarten, plane ich 30min im Kindergarten ein
um den Großen abzuholen und auch ihm genügend Zeit zum Fertigmachen zu lassen. Vielleicht muss er noch sein Spiel beenden oder aufräumen oder einfach nur nochmal zur Toilette.
Ich möchte die Kinder in ihrer Selbständigkeit unterstützen und ihnen z.B. nicht noch die Schuhe im Kindergarten anziehen (was ich dort häufig beobachte), nur weil ich selbst unter Zeitdruck stehe.

Dies bedeutet natürlich, dass die Zeit mir für andere Dinge fehlt, aber ich fühle mich einfach nicht so gestresst und das tut auch den Kindern gut.