Category Archives: Erziehung

Drei Tipps zum Fahrradfahren mit Kindern

Liebe Mit-Eltern,

ich verstehe, dass nicht alle Menschen und insbesondere nicht alle Eltern so Fahrradbegeistert wie ich und einige anderer Menschen aus meiner Filterbubble sind.

Wenn ihr mit eurem Nachwuchs unterwegs seit bedenkt, dass eure Kinder – auch wenn sie sicher fahren können – noch nicht sicher alle Veränderungen und mögliche Gefahren rechtzeitig wahrnehmen oder sich auch schnell ablenken lassen.

Ihr könnt mögliche Gefahren durch drei einfache TIpps reduzieren: Fahrt hinter eurem Kind, niemals vor. Zum einen ist es für das Kind schnell frustrierend, wenn Papa oder Mama vorfahren (genau wie für euch, wenn ihr mit einem sportlicherem Mitfahrer unterwegs seit!), zum anderen könnt ihr nur so sehen, was gerade vor sich geht. Eigentlich ganz einfach.

Zweitens: Falls möglich, fahrt links vom Kind. Damit reduziert sich das Risko, dass das Kind in den Gegenverkehr fährt, erheblich. Wenn ihr selber sicher auf dem Rad seit, könnt ihr im Notfall auch eingreifen.

Und drittens: Man kann natürlich nicht überall zu zweit nebeneinander fahren. Wenn ihr Platz machen müsst, dann bremst ihr und kommunziert bereits im Vorfeld mit eurem Kind, dass es dann bitte nicht auch bremst, wenn ihr z.B. ankündigt, dass ihr Platz machen müsst (Ja, das sollte man üben, die meisten Kinder und viele Erwachsene bremsen dann intuiv auch). Wenn ihr das so macht, ist es kraftsparender (der Außen fahrende muss nur bremsen, das Innen fahrende muss nicht plötzlich antreten) und das Manöver benötigt weniger Koordination (für euer Kind ist es sicherlich schwieriger einzuschätzen, wenn Gegenverkehr kommt und ihr euch fast gleichzeitig vor ihm einordnet).

Ich praktiziere das so mit meinem ältesten Sohn, seitdem er Fahrrad fährt und bis jetzt hat es dazu geführt, dass wir sicher zusammen unterwegs sind, selbst, wenn Radwege und Straßen voll sind.

Bonustipp: Wenn eure Kinder gerade anfangen, selber zu fahren, gibt es ein ganz einfaches Hilfsmittel, Kurven in beide Richtung zu üben. Eine große 8:2013-04-30_big

Fernsehen

Fernsehen, ein Thema, bei dem wohl etliche Eltern sagen: Wir gucken nicht viel Fernsehen. Oder besser noch gar kein Fernsehen. Und dann sieht man doch regelmäßig morgens und abends das blaue Licht der Flimmerkiste.

Christina und ich schauen beide gerne fern, haben aber unterschiedliche Vorlieben. Gemeinsam haben wir, dass wir sehr gerne ein bis zweimal im Jahr eine Serie in wenigen Wochen anschauen, „binge watching“. Vor den Kindern war das körperlich weniger anstrengend, könnte man doch ausschlafen, wenn es wieder mitten in der Nacht war, als man den Ausknopf fand. Nun gut.

Christina guckt ab und zu diese Dekoserien und Talentshows, ich gerne Dokus und mein Guiltypleasure, Frauentausch. Gemeinsam aber auch hier: Wir haben keine fixen Serientermine.

Früher hat man Serien auf diversen Medien getauscht, heute gibt es eine Vielzahl Onlinemedien, die mehr oder weniger Serien und Filme online frei Haus liefern, oft im O-Ton mit Untertiteln. Vorteil: Man wird nicht von Sendeterminen fremd bestimmt.

Ihr seht, wir mögen Fernsehen. Genauso wie Chips und Süßigkeiten. Von letzterem wollen wir unsere Kinder auch nicht fern halten, da wir denken, dass Verbotenes eine viel größere Verlockung hat.

Mit diesen Gedanken sieht es bei uns so aus, dass der 5-Jährige maximal einmal die Woche einen kompletten Film zwischen 90 und 100 Minuten schauen darf. In der Zeit ist mindestens einer von uns anwesend, alleine Fernsehen ist nicht.

Jetzt fällt unser Sohn dahin gehend aus der Reihe, dass er die Aufmerksamkeit über den Zeitraum aufrecht erhalten kann, er geht vollkommen in den gespielten Welten auf. Das muss nicht mit jedem Kind klappen, was uns neulich auch die Schulärztin bestätigte.

Bei der Auswahl und Quelle der Filme beschränken wir uns auf DVDs oder Onlineanbieter und bevorzugen ältere Werke. Ein Großteil dessen, was im Kinderprogramm der Privaten läuft, stößt uns in mehrfacher Hinsicht ab: Handwerklich oft schlecht gemacht, zu schnell geschnitten, inhaltlich fragwürdig. Klassiker wie „Die Maus“ oder auch die Kindernachrichten sind super.

Nogos sind: TV bei Besuch, Besuch beenden wegen TV, TV beim Essen.

Wir fahren damit sehr gut und freuen uns, dass beide Kinder auch abschalten können, während und nach dem Fernsehkonsum.

Was unsere Kinder lieben: Radio und Hörspiele. Gerade der Große liebt seit dem er ca. 2 ist Hörspiele jeder Art und kann sich ewig damit beschäftigen. Und das DAB Radio, mit dem wir den WDR 5 Kinderradiokanal (KiRaKa) empfangen können war jeden Cent wert.

Auch wenn wir manchmal denken, dass es „praktisch“ wäre, die Kinder öfter „vor dem Fernseher“ zu parken, verzichten wir zum Wohl der Kinder darauf.

Wie sieht es bei euch aus? Wie steuert ihr das oder haben eure Kinder sogar schon einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer?

Kindermusik nicht nur für Kinder (2): Rotz ’n‘ Roll Radio

Meine Frau hatte vor ein paar Wochen die Idee, Blicke in unseren CD-Schrank zu veröffentlichen und mit den „Die Lieder 7“ angefangen. Ich möchte das heute mit einer CD von Kai Lüftner fortsetzen, dem Rotz ’n‘ Roll Radio:61KUP0IVT9L

@kailueftner ist studierter Sozialpädagoge und hat eine beeindruckende Biographie als Streetworker, Kabarettist und Alleinunterhalter, Sozialarbeiter, Pizza-Fahrer, Türsteher vorzuweisen.

Mit „Rotz ’n‘ Roll Radio“ veröffentlichte der Berliner zu Beginn des Jahres sein erstes Kinder-Musikalbum. In seiner Diskographie finden sich bis dato auch einige Hörspiele. Ich stolperte zusammen mit dem großen Nachwuchs beim morgendlichen Hören des großartigen „KiRaKa“ über den Song „NEE!“, der einen alten Bekannten aus meiner Jugend, Bürger Lars Dietrich mit an den Frühstückstisch brachte:

Zum Glück zeigt unser DAB Radio Interpret und Titel an und eine kurze Suche brachte obiges Video zu Tage. Prächtig haben wir uns amüsiert.

Ich musste damals etwas suchen, mittlerweile bekommt man die gesamte CD auch bei amazon.de.

Wie der Titel schon andeutet ist das Album im Stil einer Radio Show aufgezogen. Wir haben festgestellt, dass das nicht jedem Kind gefällt, aber für unseren Großen ist das genau das richtige. Er mag die Jingles und Ansagen und auch die thematische Vielfalt des ganzen.

Highlights des ganzen sind erwähntes „NEE!“ über die Unlust, nichts zu machen, aber auch nicht zu wissen, was man eigentlich will (das sollten sicherlich auch viele Erwachsene kennen), „Super-Junge“, ein Stück über verrückte Selbsteinschätzung, „Was alles so doof ist“ und natürlich die „Kotzekatze“ (mit Konrektors Stumpen, muss man sich mal wegtun):

Mir selber hat der Song „Müssen“ fast am Ende des Albums beim ersten Mal Hören fast ein Tränken ins Auge getrieben, weil man sich wirklich wieder erkennt.

Mir persönlich gefällt Kais Herangehensweise an das Thema „Musik für Kinder“ ausgesprochen gut. Anstatt bekannte Kinderlieder mehr oder weniger originell im hinlänglich bekannten Stil moderner Popmusik neu zu interpretieren wie es im Moment eine sehr erfolgreiche Reihe versucht, geht er einfach mit Spaß und offenem Blick an das Thema heran. So entsteht Musik, die man als Kind und auch als Erwachsener Ernst nehmen kann und die gleichzeitig auch Kinder ernst nimmt und dort abholt, wo sich Kinder im Alter von ca. 5 bis 10 befinden. Gerade wegen dieser Ernsthaftigkeit macht das Album großen Spaß, während oben erwähnte Reihe oft nur die fragwürdige Pädagogik alter Kinderlieder mit der Penetranz aktueller Popmusik zusammen bringt.

Respekt und vielen Dank dafür, Kai.

Entschleunigung

„Entschleunigung“ ist ein ein ziemlich ausgelutschtes Wort und wer mich kennt, weiß, dass ich in der Regel viel zu wenig Zeit habe, für all die Dinge, die mir täglich in den Kopf kommen. Nicht nur, dass ich ständig irgendwelche Ideen für Software habe, die ich unbedingt umsetzen muss, ich fahre auch noch gerne Fahrrad und insbesondere möchte ich Zeit mit meinen Jungens und meiner Frau verbringen.

Dazu kommen mindestens 40 Stunden Arbeit in der Woche, in der Regel mehr.

Mir kommt da in den letzten Wochen oftmals der Text eines neuen Liedes von Farin Urlaub, nämlich 3000 in den Sinn:

Ich hab nen neuen Anzug, neues Auto – und die alten Probleme
wie gut, daß ich Tabletten nehme
Überlebensstrategien für das dritte Jahrtausend

Farin Urlaub Racing Team – 3000

Wir möchten, dass unsere Kinder entsprechende Überlebensstrategien an die Hand bekommen und zwar nicht in Form von Tabletten.

Ich habe sicherlich 2, 3 Jahre gebraucht, zu verstehen, dass Förderung nicht gleich Forderung und Überförderung ist. Unser Großer geht seitdem er 1 Jahr alt ist in eine Kindertagesstätte bzw. seitdem er 2 ist, in einen regulären Kindergarten. Anfangs dachte ich noch, dass es wichtig ist, verschiedene Aktivitäten und Programme zusätzlich anzubieten, sei es alle möglichen Krabbelgruppen, Turnen, Schwimmen, Musik, was weiß ich.

Wir haben das relativ schnell sein gelassen und dabei festgestellt, dass es uns allen, insbesondere seitdem wir zu viert sind, besser geht. Wenn ich mir alleine für mich vorstelle, dass ich jeden Tag zusätzlich zur Arbeit noch Pflichttermine hätte, wird mir übel. Ohne Pause das Tempo hochhalten, jede Minute Input… So funktioniere ich nicht und ich glaube, dass Kinder so auch nicht funktionieren.

Der Große kann auch ohne Turngruppe wunderbar bis in die Wipfel von Bäumen klettern, er kann auch ohne mathematisch Frühförderung die Zahlen bis ca. 20 (und zwar auch addieren, sowas lernt man halt, wenn man ab und zu mal selber bezahlen darf) und viele andere Dinge mehr.

Ganz nebenbei fällt dann auch mehr Freizeit ab. Mehr Zeit, um einfach zu Hause zu sein und Zeugs oder auch mal nichts zu machen. Sich zu langweilen.

Damit finde ich zum Anfang zurück. Früher habe ich immer ganz gerne von mir gesagt, dass ich nicht wüsste, was Langeweile ist. Mittlerweile nehme ich das zurück. Die korrekte Aussage müsste lauten: Ich kann mich nicht langweilen, ich ertrage es nicht, einfach nur mal nichts zu machen. Dabei ist genau das extrem wichtig, für Erwachsen und gerade auch für Kinder.

Warum ich diesen Text zu Beginn der Weihnachtszeit schreibe? Weil Anfang Dezember für mich der schlimmste Monat im Jahr ist, insbesondere, seitdem die Kinder da sind. Die wöchentlichen oder gar täglichen Termine häufen sich, es fängt mit dem Geburtstag vom Großen an, geht nahtlos in Nikolaus, diverse Weihnachtsfeiern und Weihnachtsvorbereitung, Weihnachtsbesuchen etc. über. Seit 5 Jahren bekommen wir regelmäßig die Quittung dafür: Spätestens in der zweiten Dezemberwoche sind wir alle krank: Aufregung, Stress und wenig Zeit, einfach Familie sein zu können tun zusammen mit Wetterumschwung und der Dunkelzeit ihr Werk.

Aktueller Stand: Ich habe Ohr, die Frau Ohr und Nase, die Kinder beide Hals (Mittelohrentzündung, Schnupfen, Husten).

Ich freue mich jetzt schon darauf, spätestens mit dem 2. Weihnachtstag mit meiner Familie irgendwo zu Hause zu sitzen und einfach nichts zu machen:

Basteln mit Jungs (3)

Vor ein paar Tagen bestürmte mich der 4,5-Jährige, dass wir unbedingt einen Computer aus zwei Holzbrettern, die wir zufällig im Keller hatte, bauen müssten. Was?

Nun, Anton hatte den Beitrag „Spielzeug selbstgebaut: Ein Laptop für mein Kind“ von @fraumierau zusammen mit seiner Mutter angeschaut und war ganz begeistert. Ich kann den Artikel nicht, was auch der Grund für meinen sachlich falschen Tweet heute morgen war, ich dachte, die Idee mit dem Tafellack hätte ich zuerst gehabt.

Ich bin was handwerkliches tun angeht, eine Niete. 2 linke Hände mit je 5 Daumen. Aber gut. Mit falschem Werkzeug versuchte ich die vorhandenen Bretter auf gleiche Breite zu sägen und gab dem Sohn direkt ein Beispiel für so mässige Frustrationstoleranz, aber auch, das nicht immer alles auf Anhieb klappt. Die Frau besorgte darauf im Baumarkt zwei passende Kiefernbretter Fichtenbretter.

Für den Monitor bereitete ich zusammen mit Anton eine Schablone mit abgerundeten Ecken vor und konnte dabei direkt noch etwas über einen Zirkel erklären. Anders als in Susannes Original haben wir die Tastatur auch ausgearbeitet, danke Christina für die Fummelsarbeit:

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Statt einer Schnur zum Halten des Monitors verwendeten wir eine Messingkette… „Papa, meine Lieblingsfarbe, Gold!“.

Ansonsten haben wir Monitor und Tastatur genau wie Susanne mit Tesakrepp abgeklebt, auch das Streichen mit Rolle und Tafellack verlief offensichtlich analog. Da das Holz sehr stark saugte, haben wir insgesamt 3 Lagen jeweils nach einer Nacht trocknen aufgebracht:

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Beim Schrauben hat Anton ebenfalls mit geholfen:DSC00001Er konnte es kaum erwarten und ich finde, das Gesicht spricht Bände:DSC00007Wie ging es weiter? Er klemmte sich seinen Computer unter den Arm, ging Richtung Tür „Ich muss zur Arbeit…“, ich sah einen Spiegel meines frustrierten Gesichtes, wenn ich mal wieder während einer kniffeligen Aufgabe am Rechner fluche. Als wir die Kreide auspackten wurde als erstes „Angry Birds“ gemalt.

Nun hat so ein Kinderlaptop bei uns auch eine Vorgeschichte. Nachbarstochter hat seit einiger Zeit einen knallrosa „Hello Kitty“ Laptop mit einem LCD Display in Qualität der späten 1990er, den ich einfach gruselig finde. Offen gesprochen fand ich die schon zu meiner Kindheit schlimm, aber trotzdem, Anton wollte auch unbedingt so einen haben. Nun, nein. Lieber noch einige Jahren warten und er bekommt einen abgelegten, aber richtigen Computer und Erziehung in sozialer Medienkompetenz direkt mit.

Dieses selbstgebaute Spielzeug hingegen ist in unseren Augen in jeder Hinsicht altersgerecht und der Herstellungsprozess einfach genug, dass ich er mithelfen kann, Dinge macht, die sonst hier nicht gemacht werden und nachher einfach auch mal ohne äußere Vorgaben Mamas und Papas Arbeit nachspielen kann.

Nun warte ich darauf, dass der 1,5 Jährige auch einen Laptop möchte 🙂

 

 

Babyphone 2.0

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Grade ist es mir schon wieder passiert. Ich habe meine Kinder verglichen. Eigentlich wollte ich dies nicht tun. Aber die Sache mit dem Mittagsschlaf ist bei beiden so anders, dass es mich jeden Tag wieder neu fasziniert. Bei Anton bin ich immer Ewigkeiten mit dem Baby/Kleinkind vorm Bauch in der Trage, ein Lied nach dem anderen singend, durchs Haus gelaufen, um ihn zu beruhigen und zum schlafen zu bewegen. Schlief er dann endlich, legte ich ihn in sein Bettchen, wo er in Ruhe Mittagsschlaf halten konnte.
Bei Oskar ist alles anders. Wenn er mittags müde wird, lege ich ihn in sein Bett und gebe ihm noch etwas zum kuscheln. Er winkt mir zu und schläft friedlich ein.
Klar ist jedes Kind anders jedoch habe ich noch eine weitere Vermutung warum der Eine lieber schlafen geht als der Andere. Unser Babyphone.

Beim ersten Kind kaufen wir ein stinknormales Babyphon. Natürlich achteten wir darauf, dass dieses strahlungsarm usw. ist. Dies bedeutete aber, dass der Sender erst sendete, wenn ein Geräusch im Zimmer war. Im Empfänger kam dann ein knacken/rauschen an. Nur bei längerem Geräusch, wurde der Ton übertragen. Ich reagierte also, wenn das Kind schrie.

Das Babyphone fiel mir nach ca. 1,5 Jahren hin, danach konnte der Akku des Empfängers nicht mehr geladen werden und wir schafften es ab.

Als Oskar geboren wurde, kauften wir ein neues, sogar mit Bild, jedoch war dieses überteuerte Teil der grösste Mist, denn auf dem briefmarkengroßen Display konnte man nichts erkennen und Ton kam auch erst, wenn der Säugling aus ganzer Kehle schrie. Wir schickten es zurück.

Die ursprüngliche Idee des Mannes, einfach eine IP Kamera zu kaufen, wurde wieder aufgegriffen. Ich fand das ja am Anfang ein bisschen nerdmäßig, aber mittlerweile bin ich begeistert. Und auch alle anderen, die es einmal gesehen haben, finden es super. Im Kinderzimmer steht nun neben dem Bett die Kamera, ans LAN angeschlossen und das Monitoring läuft über eine App, die wir noch zusätzlich kauften. Das Bild ist klasse, ich sehe Tag und Nacht, ob sich der Brustkorb bewegt, ob die Augen auf oder zu sind. In der App kann man einen Schwellwert angeben, ab dem Ton übertragen werden soll, und noch einen weiteren, ab dem ein (einstellbares) Alarmsignal ertönt. Die Kamera kann per App gesteuert werden, falls sich das Baby aus dem Bildbereich rausbewegt hat und Gegensprechen ist auch möglich.
Wir haben die App meist auf dem iPad laufen, da wir dieses sonst nicht so viel benutzen und das Ganze schon ganz schön viel Akku saugt. Nachts bleibt diese aus, da wir ja auf der gleichen Etage schlafen, ich schau dann nur kurz noch mal drauf, bevor ich mich ins Bett lege, ob das Kind die Augen zu hat, oder gleich eh wieder wach wird. Oskar ist nämlich ein kleiner Seismograph ;).

Und nun zu meiner Vermutung. Da ich genau sehen kann, wie mein Kind gerade schläft, die App so eingestellt ist, dass sie auch die Aufwachgeräusche überträgt, aber dabei noch nicht warnt, muss er eigentlich im Bettchen nicht weinen bzw. Angst bekommen. Wenn ich merke, er wird unruhig, achte ich im Moment darauf, ob er sich aufrichtet. Denn das ist sein Zeichen, dass er aufstehen mag. Dann geh ich ins Zimmer und er strahlt mich schon an.

Verpasse ich den Moment, ist er wirklich sauer.

PS: Das Bild oben wurde grade aus der App raus geschossen. 🙂

Zum Nachbauen:

  • Kamera: „Foscam FI8910W“ (seit Juni 2013 im Einsatz, keine besonderen Vorkommnisse, unauffällig gut, W-LAN wird bei LAN Verbindung automatisch deaktiviert, insofern strahlungsfrei)
  • App für iOS: „Baby Monitor for IP Camera“ (seit Juni 2013 im Einsatz, wird immer noch regelmässig mit Updates versorgt, sehr gut.
  • App für Android „tinyCam Monitor PRO for IP Cam“ (ungetestet)

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„Papa, darf ich jetzt doch lieber noch mal eine Runde ‚Pflanzen gegen Zombies‘ spielen?“

„Kind, früher hatten wir nur das! Das war vor gerade mal 25 Jahren State of the Art!“

Fühle mich wie so ein Dinosaurier.

Messer, Schere, Feuer, Licht…

Seitdem Anton Gegenstände sicher in der Hand halten und eine rudimentäre Vorstellung von „Scharf“ hatte, durfte er mit uns auf der Küche kochen und wenn er wollte, Zeugs klein schneiden. Anfangs nur mit Kindermessern was rum matschen und mit der Zeit immer mehr und dann irgendwann auch mit richtigen Messern.

Ab und zu hat er sich mal geschnitten, aber nicht aus Albernheit, eher aus übergroßer Vorsicht.

Jetzt hat er gestern von uns ein Schnitzmesser bekommen, das vorne abgerundet aber scharf genug ist, damit zu schnitzen. Selbstverständlich darf er das nicht in seinem Zimmer behalten, aber er darf damit alleine schnitzen.

Anton ist jetzt 4,5 Jahre alt. Als er das kleine Messer in die Hand nahm, strahlte er und wirkte schlagartig 2 Jahre älter und selbstsicherer.

Wie seht ihr das? Gute Idee oder furchtbar fahrlässig?

Nachtrag: Als wir vor ein paar Tagen mal über Feuer sprachen, versuchten wir zu erklären, dass ein Holzstück nicht unbedingt nicht mehr brennt, nur weil man das Feuer nicht mehr sieht, sondern dass es so etwas wie Glut gibt, die man nicht immer sieht und die man nicht auspusten kann. Dass Glut wieder zu Flammen wird, wenn man rein pustet. Ich musste das ja unbedingt demonstrieren und passte dabei nicht auf. Ein Stück Glut landete auf meiner Hose, brannte ein Loch rein und verursachte bei mir eine fiese Brandblase und beim Großen einen – wie mir schien – nachhaltigen Lerneffekt.

Schwierige Eltern (1)

In loser Folge, Dinge, die die Kinder ertragen müssen:

Womit meine Söhne leben müssen: Ein Vater, der zwar Weihnachts- und gegebenenfalls Geburtstagsgeschenke vergisst (ignoriert), aber zwischendurch die komplette Staffel Lego Legends Of Chima Hörspiele besorgt (die im Übrigen um WELTEN unterhaltsamer sind als z.B. der ganze Ritter Rost Schrott (Ok, ich habe früher™ auch Jan Tenner gehört)).

Und ernsthaft: Der Große ist genauso freizügig und teilt gerne und oft mit uns und insbesondere seinem kleinen Bruder, auch in sehr unerwarteten Momenten, was mich jedes Mal sehr freut.