Arrangierte Freundschaften – was davon bleibt

Im ersten Lebensjahr konnten sich meine Kinder ja noch nicht aussuchen, mit wem sie spielen. Somit wurde arrangiert. Das bedeutet, es wurden Kurse besucht und Kontakte zu Gleichaltrigen geknüpft.

Beim ersten Kind passierte das noch mit einem gewissen Zwang. Wir hatten im Freundes/Bekanntenkreis noch keine/kaum Kinder. Im Hinterkopf war immer das sozial isolierte Kind. Darum suchten wir sympathische Eltern, mit denen man sich dann auch ausserhalb der Kurse traf. Mit der Zeit entstanden Freundschaften zwischen den Erwachsenen und auch die Kinder spielten immer mehr miteinander, als nebeneinander. Die Zeit brachte jedoch auch Konfliktpotential, denn so sehr man als Mutti eine andere Mutti ins Herz geschlossen hatte, die Freundschaft zwischen den Kindern lässt sich nunmal nicht erzwingen. Und so ein Nachmittag mit „Ich will aber nicht zu XY!“ und „Wann fahren wir endlich nach Hause?“ bringt auch den Eltern keinen Spaß. Ich fand es nicht einfach, habe aber immer ganz offen kommuniziert, dass mein Kind keine Lust auf das andere Kind hat.

Die Konsequenz ist, dass man Menschen, die man im ersten Lebensjahr des Kindes fast jede Woche getroffen hat, jetzt nach 4 Jahren nur noch einmal im Halbjahr trifft. Dann ist das Treffen auch nur zur Pflege der Freundschaft zwischen den Eltern, denn für eine Kinderfreundschaft sind 6 Monate eine Ewigkeit.

Andere Kinderfreundschaften aus dem ersten Lebensjahr wiederum sind geblieben und Treffen werden sehnsüchtig erwartet.

Geburtstagsshirts der "PEKiP-Gang"

Geburtstagsshirts der „PEKiP-Gang“ [work in progress]

3 Muttis treffen sich auch nach dem PEKiP-Kurs noch gerne. Aber nur eine Kinderfreundschaft zwischen Zweien ist geblieben. Trotzdem versuchen wir sie einmal im Jahr zu vereinen, indem wir gemeinsam die Geburtstage feiern. (Dieses Jahr hat es leider kurzfristig nicht geklappt.) Mir ist es dabei immer ein Anliegen, dass alle das Gleiche (von mir & Anton) geschenkt bekommen. Im ersten Jahr, bekam jeder ein Kuschelkissen, im 2. Jahr ne Pixiheft-Hülle, letztes Jahr ne Uhr aus Fimo und dieses Jahr halt die Shirts. Ein bisschen Zusammengehörigkeit, wenn auch nur für einen Tag. Zumindest bilde ich mir das gerne ein. 🙂

Beim 2. Kind ist übrigens der Zwang weg. Wir haben unser Netzwerk aus Eltern, wissen aus Erfahrung, dass eh nur 1-2 Kinderfreundschaften übrig bleiben. Trotzdem kommen neue Kontakte hinzu, denn es gibt ja wieder genug Erstgeborene, denen es so geht wie uns beim ersten Kind.

Ich bin gespannt, was der Kleine von seinen „Freunden“ hält und wen er davon öfters sehen mag.

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