Sie sind weg

Heute haben wir es getan. Wir haben sie weggegeben. Alles kleine Erinnerungen an die beiden Mini-Menschen, die in unser Leben traten. Eine große Kiste mit Erstlingsausstattung haben wir Andrea und Tobias vererbt, damit sie bei ihnen ein neues Zuhause findet und all die kleinen Mini-Teilchen wieder mit einem Menschlein ausgefüllt werden können. Und ich glaube, sie sind dort in guten Händen und hoffe sehr, dass ich sie das ein oder andere mal in Brand an mir vorbei spazieren und ein in den Klamotten meiner Jungs zufrieden schlummerndes Baby sehe.

Als ich diese vor ein paar Wochen im Keller sortierte, war ich doch schon ein wenig wehmütig. Denn bei jedem Teil sah ich ein kleines Männlein darin stecken. Ich roch an Mützchen und obwohl die Sachen alle gewaschen waren, bildete ich mir ein, dass sie nach meinen Babys rochen. Dieser tolle Duft, den man leider nicht abfüllen kann und den man immer wieder einsaugen muss, solange er noch da ist.

Ein paar Lieblingsstücke wanderten dann in eine Erinnerungskiste. Da ist z.B. der „Koma-Anzug“, ein Overall, in dem der Große sofort einschlief, sobald man ihn ihm anzog… Oder eines der wenigen Stücke, die ich vor der Geburt vom Großen kaufte, ein Schlafanzug mit Elefanten drauf… Die Jacke, die der Große von Oma aus dem Urlaub auf dem Kreuzfahrtschiff mitgebracht bekommen hat, und die er sooft anhatte… Oder die Jacke, die ich dem Kleinen zum ersten Geburtstag nähte… Die Schlafsäcke, die die Kinder zur Geburt vom Krankenhaus bekamen…
aber man kann ja nicht alles behalten, und es stört mich einfach, dass man so viele Sachen einfach aus den unterschiedlichsten Gründen hortet.

Was ist, wenn wir doch noch ein Kind bekämen? Wenn ich die Sachen jetzt weggebe? Was sollte das Kind dann anziehen? … Alles quatsch. Denn beim ersten Kind hatte ich auch keine Kiste mit Sachen.

Und was mir bleibt, sind Fotos von meinen Kindern. Von jedem Tag. d.h. all diese kleinen Teilchen sind irgendwann, irgendwo auf einem Bild. Ich kann sie mir immer wieder auf einem Foto mit meinem Kind drauf anschauen und brauche sie dafür nicht in einer Kiste. Und diese Fotos sind mir so viel mehr Wert, als all die kleinen Klamotten.

Heute haben wir auch unsere neuen Jahresfotos aufgehangen. Eine Übersicht aus DailyFratze über das ganze Jahr. Beide Jungs haben ihre Bilder auf Augenhöhe im Flur hängen und können so jederzeit sich ihr letztes Jahr anschauen. Dinge, die sie erlebt haben. Menschen, die sie getroffen haben. Ich liebe diese Momente in denen sie sich die Bilder angucken und sich erinnern. So schön zu sehen. Und manchmal wünschen sie sich dann, Dinge noch mal zu erleben, Menschen noch mal zu treffen. Der Große zählt, wie oft er ein Foto mit Oma gemacht hat. Und wie oft er seine Freunde auf den Bildern sieht. Eines der wirklich tollen DailyFratze-Features. Aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr. 🙂

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