Elternauszeit

Diese Woche haben wir uns etwas gegönnt, was wir gemeinsam nur sehr selten tun. Wir haben uns Zeit für uns als Paar gegönnt.

Schon vor einiger Zeit fragte mich Michi, ob wir nicht gemeinsam auf die Abschiedstour von Black Sabbath gehen sollten. Das Konzert in Berlin war an einem Mittwoch und so zögerte ich ein wenig, denn wie sollen wir das bewerkstelligen, jetzt, wo wir ein Schulkind haben? Ich fragte meine Mutter, ob sie sich zutrauen würde 3 Tage bei uns einzuziehen und dies auch für uns machen würde. Sie wohnt halt nicht um die Ecke und ist auch noch berufstätig, sodass unsere Auszeit auch noch davon abhing, ob sie Urlaub bekommen würde. Aber alles klappte und so kauften wir die Karten und buchten uns ein Zimmer im 25hours Hotel, welches uns netterweise einen Rabatt gab.

Ich war aufgeregt. Dass meine Mutter über Nacht bei uns Zuhause babysittet, war bisher noch nicht der Fall. Aber die Kinder freuten sich wie Bolle auf die Zeit mit Oma. Letztes Wochenende wurde der Mini dann auch noch krank, sodass ich Montag noch zur Ärztin fuhr, nur um sicher zu gehen, dass wir auch wirklich fahren können. Der vermutete „Hüftschnupfen“ (er hinkte) verursachte zwar zwecks Schonung mind. 2 Tage Kita-Verbot aber so kam er auch mal in den Genuss eines Oma-Tags.

Wir fuhren also Dienstag mit der Bahn nach Berlin. Die Fahrt war angenehm ruhig und ich holte erstmal ein wenig fehlenden Schlaf nach. Viel Zeit für uns zum (Aus-)reden und ausruhen.

14653152015896433635In Berlin angekommen war das Wetter traumhaft, wir fuhren zunächst ins Hotel und waren schwer begeistert. Unser Zimmer hatte eine Wahnsinns-Aussicht über den Zoo/Tiergarten und Berlin. Wir legten uns erstmal in die vor dem Fenster angebrachte Hängematte und genossen die Aussicht. Der Versuch, für den Abend im Hotel-Restaurant Neni einen Tisch zu bekommen, scheiterte weil uns 21:30h zum Essen nach der Bahnfahrt dann doch was zu spät war. Also gingen wir los und fanden in einem kleinen Hof einen netten Italiener, bei dem wir den Abend verbrachten. Zum Abschluss des Tages wollten wir dann noch in der Bar ganz oben im Hotel einen Cocktail trinken. Die Schlange vor der Eingangstüre unten irritierte ein wenig, aber Hotelgäste kommen per Aufzug immer ins oberste Geschoss und somit in die Bar, auch wenn unten niemand mehr reingelassen wird. Die Bar war gemütlich eingerichtet und Michael besorgte 2 Cocktails. Diese waren jedoch so stark, dass zumindest ich ihn nicht trinken konnte. Schade.

Den nächsten Tag begannen wir mit einem super Frühstück mit ganz viel leckeren Sachen. Es gab Milchreis – er war so lecker –  und ich musste an die Jungs denken.

Anschließend liehen wir uns die im Zimmer inklusive Fahrräder aus und radelten durch die Stadt. Es war sehr warm und diese Variante des Sightseeings schien uns angenehmer als S- und U-Bahn. Im Vergleich zu Aachen muss ich sagen, dass die Berliner Autofahrer doch wesentlich mehr Rücksicht auf Radfahrer (zumindest auf die, die direkt als Tourist erkennbar sind) nehmen. Naja, und es gibt auch mehr Radwege. 😉

Wir gingen dann noch was in Ruhe shoppen (ohne wirklich was zu kaufen) und aßen ein/zwei Currywürste.

14654507382552703655Zurück im Hotel ruhten wir uns noch was aus und fuhren dann mit der S-Bahn zur Waldbühne. Dort war es wie erwartet schon ziemlich voll, aber die Stimmung war gut und wir reihten uns in die Schlangen ein. Nach der Sicherheitskontrolle suchten wir uns einen netten Platz auf den Rängen, denn im Innenraum seh ich eh meist nix, wenn da Leute vor mir stehen. Die Vorband war nicht ganz mein Geschmack und kurz nach 8 kam dann endlich Black Sabbath auf die Bühne. Der Sound war super, nicht zu laut, nicht zu leise. Ozzy war gut gelaunt, sang aber bei vielen Liedern gerade in den tiefen Lagen ziemlich schief. Jeder um uns herum merkte es, aber es störte kaum jemanden im Gesamterlebnis. Typisch Ozzy animierte er das Publikum zwischendurch immer ein wenig mit „I can’t fucking hear you“ und bedankte sich für Applaus brav mit „God bless u all“. Und so vergingen 1.5 Stunden wie im Flug mit allen Hits und dann wars vorbei. Es war noch hell und ich hatte das Gefühl, Ozzy kann einfach nicht mehr und es war wirklich die letzte Tour. „The End“.

Wie die Ölsardinen fuhr das Publikum wieder Richtung Berlin und ich war sehr erstaunt, wie friedlich und reibungslos das bei solchen Menschenmassen funktionieren kann. Trotz Schienenersatzverkehr. Da können die Berliner noch so sehr über den Verkehrsbetrieb jammern, ich bin jedes mal erstaunt wie schnell man dort von einem Ort zum Anderen gelangen kann.

Am nächsten Morgen frühstückten wir nochmal ausgiebig im Neni und fuhren dann gemütlich mit der Bahn nach Hause.

Die Elternauszeit hat sehr gut getan, wir hatten viel Zeit zum Reden und Entspannen. Was auch wunderschön ist, ist die Freude, mit der man Zuhause wieder begrüßt wird. Auch das tut gut und kommt im Alltag doch eher weniger vor. Die Kinder waren glücklich über 3 Tage Oma, mit all den Vorzügen, die eine Oma so bieten kann. Und wir waren glücklich über gute Gespräche, glückliche Kinder und ein tolles Konzert einer 48 Jahre alten Band, die so einige Generationen miteinander verbindet.

Danke Mama, dass Du uns die Tage ermöglicht hast. :-*

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